Angriff auf Gerichtsvollzieher

NRW-Regierung prüft besseren Schutz für Gerichtsvollzieher

Gefährlicher Job: Gerichtsvollzieher auf dem Weg zu einem Klienten.

Gefährlicher Job: Gerichtsvollzieher auf dem Weg zu einem Klienten.

Foto: imago stock

Düsseldorf  Der Gerichtsvollzieherbund ruft wegen der vielen Angriffe auf seine Mitglieder nach mehr Schutz. Die Landesregierung prüft nun Maßnahmen.

Nach dem Angriff auf eine Gerichtsvollzieherin in Bochum durch eine für Gewalttätigkeit bekannte Frau und Warnungen des Gerichtsvollzieherbundes (DGVB) in NRW vor zunehmenden Attacken prüft die Landesregierung eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, die der DGVB gefordert hat.

So sollen Gerichtsvollzieher besseren Zugriff auf öffentliche Datenbanken zu Gefährdern bekommen. Das NRW-Justizministerium prüft unter anderem die Einrichtung einer internen Gefährderdatei für Gerichtsvollzieher über die Amtsgerichte, eine Alarm-App für Smartphones oder mobile Alarmierungsgeräte sowie Fortbildungen in Deeskalation und Psychologie für Gerichtsvollzieher. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf die Anfrage von drei fraktionslosen Landtagsabgeordneten hervor.

"Jeden Tag ein Angriff oder eine Beleidigung"

Damit geht die Landesregierung offenbar auf Forderungen ein, die der DGVB in einem "Masterplan Sicherheit" formuliert. „Im Schnitt wird jeden Tag ein Gerichtsvollzieher angegriffen, beleidigt oder bedroht. Die Dunkelziffer liegt noch erheblich höher“, hatte der Landesvorsitzende Frank Neuhaus unserer Redaktion gesagt. Viele Amtsgerichtsdirektoren meinten inzwischen, „dass kleinere körperliche Attacken oder Beleidigungen von der Besoldung erfasst seien“, so Neuhaus.

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