Brand in Düsseldorf

Patientenschützer fordern mehr Brandschutz in Kliniken

Rettungskräfte im Einsatz in Düsseldorf.

Rettungskräfte im Einsatz in Düsseldorf.

Foto: Sascha Rixkens / dpa

Düsseldorf/Essen.  Nach dem Brand im Düsseldorfer Marienhospital fordern Patientenschützer Gesetzes-Änderungen. Es müssten mehr Sprinkleranlagen eingebaut werden.

Nach dem verheerenden Brand im Marienhospital in Düsseldorf hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz ihre Forderungen nach einer Verbesserung des Brandschutzes in deutschen Krankenhäusern erneuert. Die Krankenhausgesellschaft NRW verweist auf die architektonisch und finanziell schwierige Nachrüstung insbesondere älterer Gebäude.

Bei dem Brand auf einer erst vor drei Wochen renovierten internistischen Station des Düsseldorfer Krankenhauses starb in der Nacht zu Dienstag ein 77-jähriger Patient, 19 weitere wurden verletzt, sieben davon schwer. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser verlegt. Die Brandursache ist noch unklar.

Patientenschützer: Schon sieben Tote im Jahr 2019

Eugen Brysch, der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, wies auf Anfrage unserer Redaktion darauf hin, dass es „jede Woche“ in deutschen Krankenhäuser brenne. Allein in diesem Jahr seien bislang sieben Menschen bei solchen Bränden ums Leben gekommen. „Aber weder die Bundesländer noch die Einrichtungen ziehen daraus Konsequenzen“, kritisiert Brysch. Der Brandschutz in den 2.000 deutschen Kliniken und 14.500 Pflegeheimen sei „schlichtweg nicht ausreichend“.

Für Menschen, die sich selbst nicht retten könnten, böten bei der Feuerwehr aufgeschaltete Brandmeldeanlagen keinen genügenden Schutz. Der Patientenschützer fordert deswegen den Gesetzgeber zum Handeln auf. Die Installation von Sprinkleranlagen auf allen Stationen und in jedem Patientenzimmer müsse zur Vorschrift werden. „So etwas ist für Möbelhäuser und Lagerhallen heute schon längst Standard“, so Brysch.

Krankenhausgesellschaft: Sprinkleranlagen möglicherweise problematisch

Die Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) hält einen solchen gesetzlich vorgeschriebenen Einbau für möglicherweise problematisch. Wenn medizintechnische Geräte etwa bei einem Fehlalarm durch Wasser beschädigt würden, könnte dies Patienten gefährden, erläuterte Sprecher Mirko Ristau auf Anfrage unserer Redaktion.

Der KGNW-Sprecher betonte zugleich, dass der Brandschutz für die rund 340 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen oberste Priorität habe. So nutzten die Kliniken die begrenzten Investitionsmittel des Landes vorrangig für die Verbesserung des Brandschutzes. Allerdings gäbe es viele ältere Gebäude, in denen sich die Nachrüstung auf den aktuellsten Stand sowohl finanziell wie architektonisch schwierig gestalte. „Das ist eine Gratwanderung“, so Ristau.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben