Nahverkehr

Ruf nach besseren Zugverbindungen im nördlichen Revier

Warten auf die Bahn. Im nördlichen Ruhrgebiet sollte es mehr Zugverbindungen geben, schreiben die Sozialdemokraten im Landtag in einem Antrag.

Warten auf die Bahn. Im nördlichen Ruhrgebiet sollte es mehr Zugverbindungen geben, schreiben die Sozialdemokraten im Landtag in einem Antrag.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf.  SPD und VRR sind sich einig: Die Bürger im nördlichen Ruhrgebiet brauchen bessere Zugverbindungen – und eine Verkehrswende an Rhein und Ruhr.

Die SPD-Landtagsfraktion und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sind sich einig: Die Bürger im nördlichen Ruhrgebiet brauchen dringend bessere Zugverbindungen. In Herten, Waltrop und Datteln gibt es zum Beispiel keinen Bahnhof. „In und um die Kreisstadt Recklinghausen sind keine leistungsfähigen Verbindungen per Schiene vorhanden“, schreibt die SPD in einem Antrag, den sie am Mittwoch in den Verkehrsausschuss des Landtags einbrachte.

Die Sozialdemokraten fordern unter anderem einen „Sonderverkehrswegeplan“ für NRW, der – in Ergänzung zum Bundesverkehrswegeplan – eine richtige Verkehrswende an Rhein und Ruhr ermöglichen soll.

Zwei Strecken sollen „reaktiviert“ werden

Zwei alte Schienenstrecken im nördlichen Revier sollten nach Ansicht der SPD-Fraktion zeitnah „reaktiviert“ werden: die Verbindung von Recklinghausen Hauptbahnhof bis Bochum Hauptbahnhof sowie die Strecke von Recklinghausen Hauptbahnhof nach Lünen-Süd (über Suderwich, Datteln und Waltrop). Ohne solche Angebote könne man nicht darauf hoffen, dass die Bürger vom Auto auf die Bahn umsteigen. Die Menschen müssten dann weiter über stark belastete Autobahnen wie die A43 fahren, um von Norden nach Süden zu gelangen.

„Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr weiß, dass die Nord-Süd-Verbindung im nördlichen Ruhrgebiet gestärkt werden muss“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die von der SPD geforderte Verbindung zwischen Recklinghausen und Bochum dürfte kommen. Der VRR prüft derzeit, ob dort eine neue Bahnstrecke eingesetzt werden sollte oder die existierende verlängert wird.

Umsteigen und lange Fahrtzeiten

Der Verbund habe im Nord-Revier einige Schwachstellen und Defizite erkannt. Das Interesse der Bürger an einem attraktiven Nahverkehr sei groß, viele Ziele dort aber derzeit nur mit Umsteigen und langen Fahrtzeiten zu erreichen. „Wir errechnen gerade die möglichen Kosten und ermitteln die Nachfrage“, sagte der Sprecher.

Fest steht immerhin, dass die Hertener Bahn „wiederbelebt“ wird. Sie fährt ab Dezember als S9 zwischen Bottrop und Recklinghausen.

Die Landesregierung sollte nach Ansicht der SPD schnell das Gespräch mit der Deutschen Bahn und dem VRR suchen, um die Schienenstrecken im nördlichen Revier zu reaktivieren. Dieser Teil des Ruhrgebiets dürfe nicht „abgekoppelt“ werden.

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