Sicherheit

Trotz Kritik: NRW-Narren setzen weiter auf Pferde im Festzug

In NRW soll es kein Pferde-Verbot für  Karnevalsumzüge geben.

In NRW soll es kein Pferde-Verbot für Karnevalsumzüge geben.

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Düsseldorf  Auch nach Unfällen in Köln und Düsseldorf 2018 lehnte NRW ein Pferde-Verbot im „Zoch“ strikt ab. Doch die Debatte flammt nun wieder auf.

Der Einsatz von Pferden in Karnevalszügen bleibt auch 2019 das große Streitthema der närrischen Session in Nordrhein-Westfalen. Das Festkomitee des landesweit bekannten Veilchendienstagszugs in Mönchengladbach hat am Dienstag seine Absicht bekräftigt, weiterhin Tiere einsetzen zu wollen. Man habe 40 Pferde im Zug, die alle zugerfahren und geeignet seien sowie von einem Tierarzt untersucht würden, sagte der Gladbacher Zugleiter Elmar Eßer der „Rheinischen Post“.

Im vergangenen Jahr war es im Kölner Rosenmontagszug zu einem schweren Unfall gekommen. Vier Menschen wurden verletzt, als das Gespann einer Kutsche durchging. Auch in Düsseldorf verlor vor Zugbeginn ein Reiter die Kontrolle über sein Pferd. Tierschützer machen seither massiv mobil gegen den Einsatz von Pferden im Karneval.

NRW-Innenminister: "Ein Zug ohne Pferde ist Mist"

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr klar gegen ein Verbot ausgesprochen: „Ein Zug ohne Pferde ist Mist", sagte Reul damals. Er warb dafür, die Ursachen der Unfälle sorgsam zu analysieren und gegebenenfalls Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Reul selbst wird in diesem Jahr auf dem Wagen des Traditionskorps „Rote Funken“ am Kölner Rosenmontagszug teilnehmen.

Während in Düsseldorf nunmehr Kutschen im „Zoch“ verboten sind, hat Köln bloß die Auflagen verschärft. So dürfen die Tiere inklusive An- und Abreise nur noch neun Stunden im Karnevalseinsatz sein und müssen zwischendurch eine Pause bekommen. Zudem sollen sie nicht mehr so stark lauter Musikbeschallung ausgesetzt werden: Der Abstand von Pferde-Gruppen zu Kapellen wird vergrößert und die Lautstärke an den großen Tribünen zeitweilig heruntergeregelt.

In Mönchengladbach sieht man derweil keinen Anlass, von der jahrzehntelangen Tradition der „Zug-Pferde“ abzuweichen. Bislang habe es keinen Unfall gegeben, aber Sicherheitskräfte würden in diesem Jahr noch genauer auf das Publikum achten, hieß es. Laut Experten bleibt das größte Risiko beim Fluchttier Pferd ohnehin immer noch der Mensch am Zugweg.

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