Arbeitsmarktbericht

Trübe NRW-Bilanz: Flüchtlinge bleiben oft ohne Job

Zwischen 2015 und 2019 ist die Zahl der Flüchtlinge ohne Job in NRW sprunghaft angestiegen. Die Landesregierung sieht dennoch Hoffnungsschimmer.

Zwischen 2015 und 2019 ist die Zahl der Flüchtlinge ohne Job in NRW sprunghaft angestiegen. Die Landesregierung sieht dennoch Hoffnungsschimmer.

Foto: Uli Deck / dpa

Düsseldorf.  Die Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt gestaltet sich fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise offenbar weit schwieriger als erhofft.

Die Integration von Flüchtlingen in den NRW-Arbeitsmarkt bleibt auch fast fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise ein mühsames Geschäft. Das geht aus einem neuen Bericht von Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) für den Landtag hervor.

Demnach waren im Dezember 2019 knapp 133.000 Menschen mit einer Staatsangehörigkeit aus einem der zugangsstärksten Asylbewerber-Herkunftsländer arbeitssuchend gemeldet und gut 62.000 arbeitslos. Gegenüber 2015 bedeutete dies bei den Arbeitsuchenden einen Anstieg um 169 Prozent und bei den Arbeitslosen um 127 Prozent. Als „arbeitssuchend“ gilt man zum Beispiel in einem noch bestehenden, aber bereits auslaufenden oder gekündigten Arbeitsverhältnis oder Qualifizierungsprogramm.

Trotz der vielen Flüchtlinge ohne Job verweist das Arbeitsministerium auf einen positiven langfristigen Trend: „dass die Zahl der Arbeitslosen und der Arbeitsuchenden nicht weiter ansteigt“. Einen weiteren Hinweis auf Integrationserfolge biete die Zahl derjenigen, die es in den ersten Arbeitsmarkt, Selbstständigkeit oder ein Ausbildungsverhältnis schafften. Zwischen 2015 und 2019 seien fast 90.000 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit verzeichnet worden. Dabei handelte es sich freilich nicht um 90.000 Fälle, da Personen bei zwischenzeitlicher Arbeitslosigkeit auch mehrfach gezählt werden.

In NRW leben aktuell rund 240.000 Asylbewerber mit Schutzstatus und etwa 60.000 ausreisepflichtige Personen, die jedoch aus humanitären, gesundheitlichen oder organisatorischen (fehlende Passpapiere) hier geduldet werden. Die hohe Zahl der Geduldeten ist nicht nur für die NRW-Kommunen ein finanzielles Problem, da sie nach drei Monaten allein für Unterbringung und Integration aufkommen müssen. Der Zugang zu Integrationskursen des Bundes bleibt dieser Gruppe ebenfalls verschlossen, so dass sie kaum Chancen haben, etwa berufsbezogene Sprachförderung zu erhalten. NRW-Minister Laumann sagte zu, sich auf Bundesebene für Verbesserungen einzusetzen.

Leserkommentare (13) Kommentar schreiben