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Warum Laschet jetzt ein goldenes Einstecktuch trägt

Ministerpräsident mit goldenem Einstecktuch: Innungsmeister Raphael Fischer heftet Armin Laschet (rechts) am Dienstag als neuem "Schmuck-Botschafter" eine besondere Kreation an.

Ministerpräsident mit goldenem Einstecktuch: Innungsmeister Raphael Fischer heftet Armin Laschet (rechts) am Dienstag als neuem "Schmuck-Botschafter" eine besondere Kreation an.

Düsseldorf  Nordrhein-Westfalens Regierungschef hat einen neuen Titel: Er ist "Schmuck-Botschafter" des Landesinnungsverbandes der Juweliere und Schmiede.

Noch ein wenig muss Innungsmeister Raphael Fischer das goldene Einstecktuch zurecht drücken, dann sitzt es perfekt in der Brusttasche des Ministerpräsidenten. „Das sieht aber dezent aus. Gefällt mir sehr gut“, sagt Armin Laschet und blickt stolz an seiner dunklen Anzugjacke herunter. Die Liebe zum Detail und die Kreativität erkenne man sofort, lobt er. „Und so ein goldenes Einstecktuch hat man bislang ja auch noch nicht so oft gesehen.“

Das ungewöhnliche Accessoire weist den NRW-Regierungschef ab sofort als „Schmuck-Botschafter“ aus. Der Landesinnungsverband der Juweliere, Gold- und Silberschmiede hat Laschet am Dienstagnachmittag bei einer kleinen Zeremonie in der Staatskanzlei ausgezeichnet. „Wir hoffen, dass Sie als Schmuck-Botschafter unsere Kreation zu möglichst vielen Anlässen tragen“, wünscht sich Innungsmeister Fischer.

Der Landesinnungsverband, der in diesem Jahr sein 70. Jubiläum feiert, vergibt seine Schmuckstücke nicht gerade inflationär an Spitzenpolitiker. Erste Schmuck-Botschafterin war Laschets Amtsvorgängerin Hannelore Kraft (SPD). Sie bekam erst 2017, kurz vor ihrer Abwahl, eine handgearbeitete Brosche mit den Umrissen Nordrhein-Westfalens und ihrer Unterschrift.

Auch Laschets Amtsvorgängerin Kraft wurde mit einer besonderen Kreation bedacht

Laschets goldenes Einstecktuch soll den südlichen Teil Nordrhein-Westfalens darstellen. Unter anderem an der geografischen Position von Laschets Heimatstadt Aachen und jener der Landeshauptstadt Düsseldorf habe man „je einen natürlichen Diamanten in seiner mineralogischen, kubischen Grundform in das Design dezent integriert“, erklärt Fischer die Idee hinter dem Unikat.

Der Ministerpräsident war bislang bis auf seine Vorliebe für Manschettenknöpfe nicht als sonderlich offensiver Schmuckträger aufgefallen. Gelegentlich kokettierte er sogar damit, dass er sich in modischen Fragen von seinem Sohn, dem erfolgreichen Herrenmode-Influencer Joe Laschet, beraten lassen müsse. Doch beim Empfang der Landesinnungsverbandes am Dienstag geht es dem Ministerpräsidenten offenbar vor allem um Wertschätzung für eine weniger beachtete Branche, die immerhin rund 3500 Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere in NRW zählt.

„Seit 70 Jahren setzen Sie sich jetzt ehrenamtlich für die Belange der Gold-und Silberschmiede und der Juweliere ein. Das ist ja nicht selbstverständlich, dass man Handel und Handwerk in einem solchen Verband zusammengetragen hat“, lobt Laschet. Er verstehe die Ehrung auch als ein Symbol, „dass genauso wie das Handwerk die Wirtschaft im Land bald wieder glänzen soll“.

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