GroKo-Streitz

Linker SPD-Flügel gegen vorübergehende Partei-Eintritte

Laut Parteikreisen konstruktive Atmosphäre bei Spitzengespräch über neue große Koalition

SPD-Vertreter wie Wolfgang Tiefensee debattieren über künftige Rolle von Martin Schulz.

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Berlin  Nach ihrem Parteitagsvotum registrierte die SPD vermehrt Eintritte. Matthias Miersch, Sprecher des linken Flügels, sieht das skeptisch.

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Der Sprecher der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, hat sich gegen Parteieintritte nur zum Zweck der Teilnahme am Mitgliederentscheid über eine große Koalition ausgesprochen. „Probleme habe ich, wenn suggeriert wird: Tretet ein, und dann könnt ihr auch abstimmen, und dann könnt ihr wieder austreten“, sagte Miersch am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“.

„Parteimitgliedschaft heißt, sich zu Grundwerten zu bekennen, und das ist entscheidend.“ Über einzelne Neueintritte müsse nun an der SPD-Basis entschieden werden. „Die Ortsvereine sind letztlich in der Lage zu sagen: Ja oder Nein.“

Schulz: Wir wollen jetzt eine neue Regierung
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440.000 SPD-Mitglieder haben letztes Wort

Nach dem knappen Parteitagsvotum für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen hatte die SPD in vielen Ländern vermehrt Eintritte neuer Mitglieder registriert. Wie ein Sprecher der NRW-SPD der WAZ am Montag mitteilte, seien allein im Landesverband rund 200 Online-Anträge auf Mitgliedschaft innerhalb eines Tages eingegangen. Bundesweit seien demnach seit Sonntag rund 700 neue Mitglieder in die SPD eingetreten.

In Bayern und Berlin schnellte die Zahl geradezu in die Höhe: In Bayern gab es im Laufe des Montags allein online 100 Neueintritte, in Berlin wurden 70 Aufnahmeanträge gestellt, wie Sprecher beider Landesverbände sagten.

Kommt ein Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD zustande, würden die mehr als 440.000 SPD-Mitglieder darüber noch abstimmen – sie haben damit das letzte Wort. Nach dem knappen Ja der SPD für Koalitionsverhandlungen mit der Union am Sonntag trommeln vor allem linke Sozialdemokraten und Jusos um neue Mitglieder und ein Nein der Basis zum nächsten Regierungsbündnis unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). (dpa/les)

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