Pflege

Minister Laumann will Ausbildungsgarantie in der Altenpflege

Will das Problem des Fachkräftemangels in der Altenpflege durch eine Ausbildungsgarantie in den Griff bekommen: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Will das Problem des Fachkräftemangels in der Altenpflege durch eine Ausbildungsgarantie in den Griff bekommen: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Essen.  NRW-Gesundheitsminister Laumann will jedem, der den Pflegeberuf lernen will, eine Ausbildungsgarantie geben. Er sieht Kliniken in der Pflicht.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hält das Problem des Fachkräftemangels in der Pflege für nicht lösbar. Das sagte er am Rande einer Tagung des Bundesverbands für Ambulante Dienste und stationäre Pflege (bad) in Essen.

„Es wird eine dauerhaft angespannte Situation bleiben, weil wir in den nächsten Jahren drei bis vier Prozent mehr Pflegebedürftige haben in NRW. Wo sollen diese Pflegekräfte denn herkommen, die sich um die Menschen kümmern?“, fragte Laumann die Zuhörer.

Laumann will Krankenhäuser in die Pflicht nehmen, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen

Neben der Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland will Laumann das Thema Ausbildung stärker in den Blick nehmen. „Wir wollen jedem, der den Pflegeberuf erlernen will, eine Ausbildungsgarantie geben“, kündigte Laumann an. Noch immer müssten Altenpflegeschulen Bewerber ablehnen, da sie nicht ausreichend Plätze anbieten können. Laumann möchte daher die Kliniken in NRW in die Pflicht nehmen, wieder mehr auszubilden. In den vergangenen Jahren hätten die Krankenhäuser speziell im Pflegebereich die Ausbildung immer stärker zurückgefahren und stattdessen ausländische Fachkräfte eingestellt.

Vor allem in den sozialen schwächeren Regionen in NRW, „wie dem Essener oder Dortmunder Norden“, sehe er noch großes Potenzial, um für die Ausbildung in der Pflege zu werben. „Wir haben in der Pflege eine der besten Ausbildungsvergütungen. Mit diesem Pfund müssen wir doch wuchern“, forderte Laumann. Da die Zahl der Abiturienten und damit auch der Akademiker weiter steige, sinke auch das Interesse am Pflegeberuf.

„Es ist klug, so zu leben, dass einen im Alter noch jemand leiden kann“

Grundsätzlich glaubt Laumann, dass die Pflege im Alter „nicht nur von Profis“ zu stemmen sei. Geld allein pflege nicht, „deswegen ist es klug, so zu leben, dass einen im Alter noch jemand leiden kann“, spielte Laumann darauf an, dass es kaum ohne Unterstützung der Familien gehen wird.

Pflegende Angehörige gelte es dabei, stärker zu entlasten – etwa durch einen Ausbau der Kurzzeitpflege. In diesem Bereich stehe NRW auch im bundesweiten Vergleich besonders schlecht da, räumte Laumann ein: „Die Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz ist in NRW mitunter so, wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden.“

Dabei müsse die Suche einfacher werden, ähnlich der nach einem Hotel, forderte Laumann: „Es kann nicht sein, dass Angehörige immer noch 20 Einrichtungen anrufen müssen. Es wäre einfacher, wenn freie Plätze in der Kurzzeitpflege einfach über eine zentrale Plattform im Internet gemeldet werden könnten.“ Zusätzliche Kurzzeitpflegeplätze will Laumann „in all den kleinen Krankenhäuser schaffen, die nicht ausgelastet sind.“ Wie ein solches Konzept aussieht und wann es umgesetzt wird, ließ Laumann jedoch offen.

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