Vatikan

Missbrauchsfall – Papst Franziskus räumt schwere Fehler ein

Papst Franziskus hat seine Äußerungen in einem Fall von sexuellem Missbrauch korrigiert.

Foto: Evandro Inetti / dpa

Papst Franziskus hat seine Äußerungen in einem Fall von sexuellem Missbrauch korrigiert.

Rom  Zunächst sprach der Papst von „Verleumdung“, jetzt die Kehrtwende: Im einem Missbrauchsfall räumte Franziskus auch eigene Fehler ein.

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Papst Franziskus hat „schwerwiegende Fehler“ bei der Beurteilung eines Missbrauchsfalls in Chile eingestanden. In einem am Mittwochabend vom Vatikan veröffentlichten Brief an die Bischöfe des lateinamerikanischen Landes bat er um Vergebung und kündigte an, bei einem baldigen Treffen mit Opfern im Vatikan diese persönlich um Verzeihung zu bitten.

Aufgrund eines Mangels an „ausgewogenen Informationen“ habe er sich ein falsches Bild von der Situation gemacht, gestand der Pontifex .

Proteste gegen Papst in Chile

Die jüngste Chile-Reise des Papstes war von Protesten gegen seinen Umgang mit Missbrauchsfällen in dem Land überschattet worden. Kritiker beanstandeten die Ernennung von Juan Barros zum Bischof von Osorno, da dieser von Sexualdelikten seines früheren Mentors, des Priesters Fernando Karadima, gewusst und diesen gedeckt haben soll.

Franziskus hatte die Vorwürfe in Chile zunächst als „Verleumdung“ zurückgewiesen. Wenig später äußerte er aber Bedauern darüber, dadurch mögliche Opfer verletzt zu haben. Diese könnten die von ihm in dem Fall geforderten Beweise in vielen Fällen nicht liefern.

Nachdem die Vorwürfe und seine Reaktion darauf im Zusammenhang mit seiner Lateinamerika-Reise starke Aufmerksamkeit erregt hatten, beauftragte der Papst den ehemaligen Chefermittler des Vatikans bei Missbrauchsfällen, den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna, Opfer und Zeugen in Chile anzuhören. Scicluna erstattete Franziskus nach dessen Chile-Reise aufgrund von 64 schriftlichen und mündlichen Aussagen einen Bericht, auf dessen Grundlage der Papst nun seine Vergebungsbitte formulierte. (epd)

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