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NRW droht massives Rentenproblem

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Düsseldorf. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat NRW vor einem „massiven Rentenproblem“ gewarnt. Durchschnittsverdiener müssten mit immer niedrigeren Rentenansprüchen auskommen. Nach dem aktuellen DGB-Rentenreport erhielten Rentner 2014 nur noch 45 Prozent des Erwerbseinkommens – 1990 lag die Quote noch bei 50,2 Prozent. Dabei ist die Rentenhöhe regional sehr unterschiedlich: Bezog ein Neurentner in Siegen-Wittgenstein die höchste Rente mit durchschnittlich 1140 Euro, waren es in Münster nur 862 Euro.

Obwohl ein Arbeitnehmer heute im Schnitt mit 64 Jahren ein Jahr später in Rente geht als vor zehn Jahren, bezog der Neurentner in Nordrhein-Westfalen mit 1007 Euro fast 150 Euro Rente weniger als ein Rentner, der sich 2013 bereits im Ruhestand befand. Ursache: Die Absenkung des Rentenniveaus auf 45 Prozent. Bei der Vorstellung des Reports warnte DGB-Landeschef Andreas Meyer-Lauber vor der weiter steigenden Altersarmut aufgrund geringer Renten. In Dortmund betrug die Durchschnittsrente für Männer 946 Euro, In Gelsenkirchen 963, Essen 990, Duisburg 1014, Oberhausen 1116 und in Recklinghausen 1054 Euro. „Wo es eine starke industrielle Basis gibt, sind die Renten höher als in Regionen mit viel Verwaltung und Dienstleistungen“, sagte Meyer-Lauber.

Verlierer im Rentensystem sind die Frauen. Sie gehen häufiger Teilzeitarbeit nach oder haben Minijobs in Branchen mit niedrigen Gehältern. Mit der Folge, dass die durchschnittliche Altersrente bei Frauen 2013 nur rund 503 Euro monatlich betrug. Deutlich unterhalb der gesetzlichen Grundsicherung mit 758 Euro.

DGB-Landeschef Meyer-Lauber forderte zur Abwendung der wachsenden Altersarmut eine Reform des Rentensystems. Bei einer schrittweisen Anhebung des Rentenbeitragssatzes von heute 18,9 Prozent auf 22 Prozent bis zum Jahr 2030 könnten Rentenkürzungen vermieden und Erwerbsminderungsrenten verbessert werden. Dafür müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Ende jeweils 60 Euro pro Monat mehr in die Rentenkasse einzahlen.

Außerdem forderte der DGB, dass Minijobs voll sozialversicherungspflichtig werden und die Zahl der Erwerbsminderungsrenten durch altersgerechte Arbeitsplätze gesenkt wird. Derzeit arbeiten 1,8 Millionen Menschen in NRW in Minijobs.

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