Bildung

NRW-Schulministerin: Zweite Fremdsprache erst ab Klasse 7

Dorothea Schäfer ist seit 2010 Vorsitzende der GEW in NRW.

Foto: Sebastian Konopka

Dorothea Schäfer ist seit 2010 Vorsitzende der GEW in NRW. Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt den Landesvorstoß zur späteren zweiten Fremdsprache an den Schulen in NRW. Rückkehr zu G 9 gefordert.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Vorstoß von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), den Unterricht in einer zweiten Fremdsprache an Schulen künftig wieder erst ab der 7. Klasse beginnen zu lassen. „Das ist seit Jahren Teil unserer Forderungen“, sagte Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft dieser Zeitung. Es habe viele Schüler überfordert, kurz nach der ersten Fremdsprache ab der 5. Klasse bereits ein Schuljahr später eine zweite Sprache zu erlernen. „Diese Rückmeldungen haben wir aus den Kollegien immer wieder gehört“, so Schäfer.

„Ich halte einen Start in Klasse sieben für sinnvoll“, hatte Gebauer der Rheinischen Post gesagt. Dies entspreche dem Wunsch fast aller Beteiligten an allen Schulformen. Im Sinne der Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Schulformen sei es „geboten“, überall gleichzeitig in der 7. Klasse mit der zweiten Fremdsprache zu beginnen, so Gebauer.

Seit langem war eine verbesserte Durchlässigkeit auch eine Kernforderung des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Der Änderung der entsprechenden Verordnung müsse der Schulausschuss des Landtags indes noch zustimmen, sagte Gebauer.

Derzeit beginnen Schüler in der Regel bereits in der 6. Klasse mit dem Unterricht in einer zweiten Fremdsprache. Vor der Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre begann der Unterricht in der 7. Klasse. An Real- und Gesamtschulen war es bei dieser Regelung geblieben. Zum Schuljahr 2019/2020 soll in NRW grundsätzlich wieder G 9 gelten, die Schulen sollen sich aber mit einer Mehrheit in der Schulkonferenz auch für einen Verbleib im achtjährigen System entscheiden können. Auf dieses „Optionsmodell“ hatte sich die schwarz-gelbe Landesregierung geeinigt.

VBE und GEW kritisieren diese Wahlmöglichkeit scharf. Dies führe zu „Zwei-Klassen-Gymnasien“, sagte GEW-Vorsitzende Schäfer. „Wir sind uns nach wie vor sicher, dass eine einheitliche Regelung für alle Gymnasien die bessere Lösung wäre.“ In der Entscheidung, die zweiten Fremdsprache wieder generell ab der 7. Klasse zu starten, sieht sie auch „ein starkes Signal“ für einen Abschied von dem umstrittenen Optionsmodell und für eine Rückkehr zu einem einheitlichen neunjährigen Gymnasium.

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