Kirchen

Rheinische Landeskirche muss weiter sparen

Der evangelische Binnenschifferdienst im Duisburger Hafen soll ohne festen Zuschuss auskommen.

Der evangelische Binnenschifferdienst im Duisburger Hafen soll ohne festen Zuschuss auskommen.

Foto: Friedhelm Geinwoski

Im Rheinland.   Vorschläge für Kürzungen über 12 Millionen Euro bei den Protestanten im Rheinland

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Die Evangelische Kirche im Rheinland steht mit ihren rund 2,7 Millionen Mitgliedern vor weiteren schmerzhaften Einschnitten. Nachdem eine erste Sparrunde mit einem Volumen von acht Millionen bereits auf der Synode zu Jahresbeginn auf den Weg gebracht wurde, liegen nun Vorschläge auf de Tisch, wie jährlich weitere 12 Millionen gespart werden können. Die 732 Gemeinden von Emmerich bis Saarbrücken betreffen die beabsichtigten Kürzungen nicht direkt, wie eine Sprecherin der Landeskirche mitteilte – indirekt aber schon, etwa wenn die Gemeinden Beratungs- oder Ausbildungsangebote wahrnehmen.

Notwendig werden die Einsparungen den Angaben zufolge, weil die Mitgliederzahl sinkt und damit auch das Kirchensteueraufkommen. Andererseits steigen die Kosten – etwa für die Altersvorsorge der Mitarbeiter. Beschlüsse zu den neuen Vorschlägen sollen auf der Synode Anfang 2015 fallen. Mit dieser und der bereits beschlossenen Sparrunde soll der Ekir-Etat ab 2018 um ein Drittel kleiner sein als noch vor Kurzem. Klar ist: Das geht nicht ohne weiteren Stellenabbau, der soll aber möglichst sozialverträglich geschehen.

Schulen: Alleine hier will die Rheinische Kirche 4,5 Millionen Euro sparen, was für Diskussionen sorgen dürfte. Kein Schulstandort soll aufgegeben werden, heißt es. Allerdings will sich die Kirche nach anderen Trägern umschauen.

Hochschule: Die Landeskirche will mit den anderen Trägern verhandeln, dass sie ihren Zuschuss um eine Million reduzieren kann. Falls das nicht gelingt, will sich die Landeskirche ganz zurückziehen. Die Hochschule Wuppertal/Bethel ist eine nur von zwei kirchlichen bundesweit.

Tagungshäuser: Das Haus der Stille (Rengsdorf), das Haus der Begegnung (bei Bonn) sowie das Film-, Funk-, Fernsehzentrum (Düsseldorf) sollen aufgegeben und ihre inhaltliche Arbeit an anderer Stelle fortgeführt werden. Die Immobilien sollen vermietet, verpachtet oder verkauft werden.

Arbeitslosenfonds: Statt 2,15 Millionen will die Landeskirche künftig nur noch 500 000 Euro für Arbeitslosenprojekte bereitstellen. Der Fonds soll schrittweise abgeschmolzen werden, damit sich die Träger darauf einstellen können.

Jugendarbeit: Bis 2016 soll ein neues Konzept her, das die Arbeit des Hackhauser Hofes einbezieht und das Jugendcamp berücksichtigt. 420 000 Euro will die Landeskirche einsparen.

Insgesamt 40 Seiten umfasst das Sparpapier mit zahlreichen weiteren Vorschlägen, die erst von Arbeitsgruppen entwickelt und dann von der Kirchenleitung gesiebt wurden. So geht es z. B. auch darum, dass man mit der Landeskirche von Westfalen über eine Zusammenarbeit bei Sekten- und Weltanschauungsfragen sowie bei der Beratungsstelle für christlich-islamische Begegnung verhandeln will. Oft ist von einer Kürzung oder Streichung von Zuschüssen die Rede – etwa beim Evangelischen Binnenschifferdienst und der Seemannsmission in Duisburg, die künftig ohne 67 000 Euro auskommen müssen (die halbe Pfarrstelle aber bleibt). Es soll aber nicht nur um Kürzungen gehen, die Landeskirche will auch Geld für Neues bereitsstellen – etwa für ein Arbeitsfeld Altenseelsorge (38 500 Euro) und eine ausgebaute Schulseelsorge (250 000 Euro).

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