Wohnungslosigkeit

Rund 47.000 Wohnungslose in NRW: Viele bleiben unsichtbar

Die Statistik erfasst keine Menschen, die auf der Straße leben, ohne sich an die Kommunen oder freie Träger der Wohnungslosenhilfe zu wenden.

Die Statistik erfasst keine Menschen, die auf der Straße leben, ohne sich an die Kommunen oder freie Träger der Wohnungslosenhilfe zu wenden.

Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool

NRW.  47.000 Menschen in NRW haben keine eigene Wohnung. Doch die Zahl ist vermutlich weitaus höher. Denn die Statistik erfasst bei weitem nicht alle.

Mindestens 47.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen haben keine eigene Wohnung, sondern müssen in Obdachlosenunterkünften oder bei Bekannten unterkommen. Das geht aus der am Montag veröffentlichten Wohnungslosenstatistik 2019 des Düsseldorfer Sozialministeriums hervor. Damit steigen die Zahlen weiter an - seit 2018 um rund fünf Prozent.

In den beiden Jahren zuvor waren die Steigerungsraten mit rund 30 bis 40 Prozent noch weit höher. Dies sei zum Großteil auf die Unterbringung von Asylbewerbern mit Flüchtlingsstatus zurückzuführen gewesen, erklärte NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Kommunen sind verpflichtet, Wohnungslose unterzubringen

Die Statistik erfasse keine Menschen, die auf der Straße lebten, ohne sich an die Kommunen oder freie Träger der Wohnungslosenhilfe zu wenden, erklärte er. Derzeit werde im Ministerium geprüft, wie auch diejenigen abgebildet werden könnten, die überhaupt kein Dach über dem Kopf hätten. Die Kommunen sind verpflichtet, Wohnungslose unterzubringen.

„Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, denn Menschen ohne Wohnung sind häufig unsichtbar und schutzlos“, unterstrich Laumann. Daher habe die Landesregierung die Mittel zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit seit 2017 auf 7,1 Millionen Euro in diesem Jahr versiebenfacht.

Fast 30 Prozent der Wohnungslosen in NRW sind unter 18 Jahre alt

Mehr als zwei Drittel der erfassten Wohnungslosen, die ohne eigenen Mietvertrag in Einrichtungen oder bei Bekannten unterschlüpfen, sind männlich. Fast 30 Prozent sind unter 18 Jahre alt und in der Regel zusammen mit ihren wohnungslosen Eltern untergebracht. Knapp die Hälfte hat keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach wie vor gibt es weitaus mehr Wohnungslose in den großen Städten. Dies sei einerseits auf den angespannten Wohnungsmarkt dort zurückzuführen, andrerseits aber auch auf das umfassendere Hilfsangebot, erklärte Laumann. (dpa)

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