Nahverkehr

Neues Monatsticket: Azubis fahren für 82 Euro durch ganz NRW

Junge Leute sollen durch das Azubi-Ticket für eine berufliche Ausbildung motiviert werden – auch außerhalb ihres Heimatorts.

Junge Leute sollen durch das Azubi-Ticket für eine berufliche Ausbildung motiviert werden – auch außerhalb ihres Heimatorts.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Düsseldorf.  Ein neues Monatsticket soll helfen, mehr Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Dabei profitieren nicht nur für Azubis von dem Angebot.

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Ein günstiges, landesweit gültiges Azubi-Ticket soll helfen, mehr junge Leute in Nordrhein-Westfalen für eine berufliche Ausbildung auch außerhalb ihres Wohnorts zu begeistern. Industrie, Handwerk und Gewerbe starteten am Dienstag in Düsseldorf gemeinsam mit Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) eine Informations- und Werbekampagne für das Azubi-Ticket „NRWupgrade“.

Verfügbar ist das Zusatzticket ab dem 1. August für maximal 82 Euro. Wer nur innerhalb eines einzigen Verkehrsverbunds fährt, muss maximal 62 Euro für ein Azubiticket berappen. Im Gegensatz zum Semesterticket, das Studierende mit dem AStA-Beitrag bezahlen müssen, ist das Azubi-Ticket freiwillig.

Ticket gilt auch für Gesellen, Beamtenanwärter und Bufdis

110 Euro im Monat- Tarifzonen ärgern Azubi aus Hohenlimburg Der Kreis der berechtigten Nutzer wurde auch auf Gesellen in Meisterausbildung, Beamtenanwärter bis zum mittleren Dienst und Menschen im Bundesfreiwilligendienst ausgeweitet, wie Wüst berichtete. Das Ticket sei ein kleiner Beitrag, um mit der Attraktivität der akademischen Ausbildung gleichzuziehen, sagte der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, Hans Hund.

Arbeitgeber, die das Azubi-Ticket bezuschussen, könnten die Zulage als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen, sagte Wüst. Azubis müssten solche Zuschüsse - oder die komplette Übernahme der Kosten - nicht als geldwerten Vorteil versteuern.

Jugendorganisation des DGB fordert mehr Nahverkehr im ländlichen Raum

Die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) appellierte an die Unternehmer, sich an den Kosten zu beteiligen, da sie für Azubis zu hoch seien. Zudem müsse vor allem im ländlichen Raum intensiv in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden, forderte der Jugendsekretär des DGB NRW, Eric Schley in einer Mitteilung.

„Wenn keine Busse und Bahnen zum Ausbildungsbetrieb fahren, kommt das Azubiticket wie ein schlechter Treppenwitz rüber.“ NRW fördert das Azubi-Ticket nach Angaben des Verkehrsministers mit neun Millionen Euro jährlich plus dynamischer Steigerung um 1,8 Prozent ab 2021. Ein ähnliches Angebot gebe es bereits in Thüringen, Sachsen und Hessen, berichtete der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern NRW, Ralf Mittelstädt.

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