Affäre

Sex-Skandal im US-Senat

Foto: AP

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Washington. Er gab sich als Saubermann, erregte sich über Bill Clintons Affäre mit Monika Lewinski, wollte die Jugend auf den Pfad sexueller Tugend führen. Jetzt musste der erzkonservative US-Senator John Ensign eine Affäre mit einer langjährigen Mitarbeiterin einräumen. Jetzt droht ihm Ungemach.

John Ensign gehörte zu den wenigen Senatoren, die ihren Kollegen Larry Craig öffentlich zum Rücktritt aufforderten, als dieser auf einem Männerklo in Minneapolis beim Füßeln erwischt wurde. Der graumelierte Republikaner ließ auch jeden wissen wie sehr ihn die Affäre Bill Clintons mit Monika Lewinski anwiderte. Eifrig engagiert sich der wiedergeborene Fundi bei den „Promise Keepers”, die Jugendliche auf den Pfad sexueller Tugend und ehelicher Treue führen wollen.

Nun hat sich der Saubermann mit Präsidentschaftsambitionen selber bekleckert. Auf einer Pressekonferenz räumte er schluchzend ein, den größten Fehler seines Lebens begangen zu haben. Eine Affäre mit der 46-jährigen Mitarbeiterin Cindy Hampton, die zusammen mit ihrem Mann Doug auf der Gehaltsrolle des Senators stand.

Erpressung im Spiel?

Was den Fall ungewöhnlich macht, sind die Umstände der öffentlichen Beichte. Nicht nur, dass Ensigns (Noch-)Frau an seiner Seite fehlte, als er vor die Kameras trat. Vor allem der Zeitpunkt gibt Fragen auf. Denn die Affäre liegt schon fast ein ganzes Jahr zurück.

In den US-Medien wird nun darüber spekuliert, Ensign sei von dem gehörnten Ehemann erpresst worden. Statt die geforderte Summe zu bezahlen habe sich der Senator entschieden, selber ein Geständnis abzulegen.

Dritter Republikaner mit massiven Glaubwürdigkeitsproblemen

Für den erzkonservativen Senator aus Nevada, der innerhalb der republikanischen Hierarchie ein aufsteigender Star war, fangen die Schwierigkeiten jetzt erst richtig an. Da er mit der Entlassung der Hamptons möglicherweise gegen Regeln des Senats verstoßen hat, droht ihm Ungemach. Wie auch daheim im Wüstenstaat, wo er sich seiner bibelfesten Basis stellen muss. Diese dürften von den Eskapaden des scheinheiligen John nicht begeistert sein.

Der republikanische Senatsführer Mitch McConnell nahm den Rücktritt Ensigns von allen Führungspositionen in der Fraktion an. Nach Larry Craig aus Idaho und dem mit einer Prostituierten erwischten Senator David Vitter aus Louisiana ist Ensign nun der dritte Republikaner in der zusammengeschrumpften Senats-Mannschaft, der massive Glaubwürdigkeitsprobleme hat.

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