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Sicherheitsbedenken: Mehrere Flüge nach Kairo gestrichen

Die Lufthansa hat den Flugverkehr nach Kairo wieder aufgenommen, British Airways setzt die Flüge in die ägyptische Hauptstadt für sieben Tage aus.

Die Lufthansa hat den Flugverkehr nach Kairo wieder aufgenommen, British Airways setzt die Flüge in die ägyptische Hauptstadt für sieben Tage aus.

Foto: Frank Augstein / dpa

Frankfurt/London.  British Airways und Lufthansa haben Flüge nach Kairo gestrichen. Über die Gründe dafür halten sich die Fluggesellschaften bedeckt.

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Wegen Sicherheitsbedenken setzt die britische Fluglinie British Airways für mindestens sieben Tage alle Flüge in die ägyptische Hauptstadt Kairo aus. Zur Begründung teilte die Fluggesellschaft in London am Samstagabend lediglich mit, die Sicherheit der Passagiere und der Crew-Mitglieder habe oberste Priorität.

Auch die Lufthansa hatte am Samstag zunächst alle Flüge nach Kairo gestrichen. „‎Da die Sicherheit für Lufthansa stets oberste Priorität hat, hat die Fluggesellschaft vorsorglich am ‎‎20.7.2019 ihre Flüge nach Kairo gestrichen“, hieß es in einer am Abend verbreiteten Mitteilung.

Kurz darauf ergänzte die Fluggesellschaft die Mitteilung um einen Satz mit der geplanten Wiederaufnahme der Flüge: Am Sonntag werde „der reguläre Flugbetrieb wieder aufgenommen und ‎alle Flüge sollen planmäßig durchgeführt werden.“ Den Angaben zufolge starten planmäßig zwei Flüge in Frankfurt und ein weiterer in München.

British Airways und Lufthansa verschweigen Gründe für Absagen

Auch die deutsche Fluglinie nannte keinen Grund für die Absage und das anschließende Umdenken, die Hintergründe für das Vorgehen sind noch unklar, genauso wie bei British Airways.

Einen Hinweis könnten die Reisewarnungen des britischen Außenministeriums geben: In den Warnungen für Ägypten wird auch auf eine erhöhte Terrorismus-Gefahr im Luftverkehr hingewiesen. Das Auswärtige Amt hat für Ägypten lediglich eine Teilreisewarnung auf seiner Website, die vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel, das ägyptisch-israelische Grenzgebiet (mit Ausnahme von Taba) und entlegene Gebiete der Sahara warnt.

Das britische Außenministerium forderte betroffene Passagiere zur Kontaktaufnahme mit Britsh Airways auf. Das Ministerium rät bereits seit längerem von nicht dringend notwendigen Reisen in den ägyptischen Ferienort gebracht wurde. Alle 224 Insassen starben. Einen ähnlichen Hinweis für die Hauptstadt Kairo gibt es vom Außenministerium in London allerdings nicht.

Ägyptische Behörde:Unterbrechung von Flügen nach Kairo politisch motiviert

Die ägyptische Luftfahrtbehörde hat die Entscheidung von Lufthansa und British Airways, ihre Flüge nach Kairo teilweise auszusetzen, als politisch motiviert kritisiert. „Alle ägyptischen Flughäfen sind gut gesichert. Die Sicherheit dort übersteigt die normalen Vorschriften“, sagte der Vorsitzende des Luftfahrtamts, Sami al-Hifnawi. Die Unterbrechungen hätten nichts mit der Luftfahrt zu tun, sondern hätten politische Hintergründe, sagte er einem Ableger des saudischen TV-Senders MBC.

Das Streichen der Flüge bedeutet einen Dämpfer für die Tourismusbranche des Landes, die sich nach jahrelanger Flaute im Land langsam wieder erholt. „Immer dann, wenn Ägypten sich erholt, kommt es zu einer künstlich herbeigeführten Krise“, sagte Al-Hifnawi. (dpa/rtr/moi)

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