SPD-Politiker

Sigmar Gabriel muss als Außenminister abtreten

Wird der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören: Sigmar Gabriel.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Wird der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören: Sigmar Gabriel.

Berlin  Sigmar Gabriel muss als Bundesaußenminister abtreten. Wie der Ex-SPD-Chef erklärte, habe die SPD-Spitze ihm das mitgeteilt.

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Sigmar Gabriel wird in der neuen großen Koalition nicht mehr Außenminister. „Andrea Nahles und Olaf Scholz haben mich heute darüber unterrichtet, dass ich der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören werde“, erklärte Gabriel am Donnerstagmorgen auf seiner Facebookseite.

Weiter teilte Gabriel in Berlin mit: „Ich bin nach wie vor direkt gewählter Abgeordneter des Deutschen Bundestages, aber nun endet die Zeit, in der ich politische Führungsaufgaben für die SPD wahrgenommen habe.“

Gabriel: Es war eine spannende Zeit

Gabriel, der das Amt des Außenministers von Frank-Walter Steinmeier übernommen hatte, erklärte unter anderem, er habe in seiner knapp 30-jährigen politischen Laufbahn „die Möglichkeit 18 Jahre für mein Land und für die SPD in leitenden Funktionen zu arbeiten. Es war eine spannende und ereignisreiche Zeit“.

Nach den Sondierungsgesprächen zwischen SPD und Union hatte zunächst der damalige SPD-Chef Martin Schulz das Amt des Außenministers für sich beanprucht. Gabriel hatte Schulz dafür scharf verbal attackiert und ihm Wortbruch vorgeworfen. Gabriel war dafür auch innerhalb der SPD heftig kritisiert worden.

„Der Mann mit den Haaren im Gesicht“

Vor allem das Instrumentalisieren seiner Tochter wurde ihm in der Partei als Boshaftigkeit ausgelegt. „Meine kleine Tochter Marie hat mir heute früh gesagt: „Du musst nicht traurig sein, Papa, jetzt hast Du doch mehr Zeit mit uns. Das ist doch besser als mit dem Mann mit den Haaren im Gesicht““, hatte Gabriel unserer Redaktion gesagt.

Gabriel: Wünsche Regierung Erfolg

Am Donnerstag schrieb Gabriel, zu den für ihn bleibenden Erinnerungen der letzten Jahre gehörten „die Rettung von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen bei der Übernahme der Einzelhandelskette Kaisers/Tengelmann, die erfolgreiche Entwicklung von Vorschlägen zur Wahl zweier Bundespräsidenten oder die Befreiung deutscher Staatsangehöriger aus ungerechtfertigter Haft im Ausland“, so Gabriel.

Gabriel schrieb, er wünsche „der neuen Bundesregierung insgesamt, meinem Nachfolger im Auswärtigen Amt und meiner Partei von Herzen Erfolg für die Bewältigung der vor uns liegenden großen Herausforderungen zum Wohle unseres Landes und zum Wohle Europas“.

Die SPD will bis Freitag entscheiden, welche drei Männer und drei Frauen sie ins Kabinett schickt. Als Vizekanzler und Finanzminister gesetzt ist Hamburgs bisheriger Regierungschef Scholz. (W.B.)

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