Personalmangel

Streikfolgen beschäftigen Unikliniken in NRW noch immer

Über Wochen wurde auch das Universitätsklinikum Essen bestreikt. Beschäftigte forderten nicht etwa mehr Geld, sondern mehr Kollegen.

Über Wochen wurde auch das Universitätsklinikum Essen bestreikt. Beschäftigte forderten nicht etwa mehr Geld, sondern mehr Kollegen.

Foto: Stefan Arend

Essen/Düsseldorf.   Wochenlang haben vor allem Pfleger an den Unikliniken Essen und Düsseldorf für mehr Personal gestreikt. Nun sind weitere Mitarbeiter gesucht.

Auch drei Monate nach dem weitreichenden Uniklinik-Streik sind die Krankenhäuser in Düsseldorf und Essen mit den Folgen beschäftigt. An den Kliniken sind die OP-Säle seit Wochen komplett ausgelastet, um abgesagte oder verschobene kleine wie große Eingriffe abzuarbeiten, wie es aus den Häusern heißt. Ein Sprecher des Klinikums Essen sagte, dass Patienten weiterhin mit etwas längeren Wartezeiten als üblich rechnen müssten, obwohl die Frequenz in den OP-Sälen erhöht worden sei. „Wir gehen davon aus, dass wir bis Anfang 2019 mit den Folgen des Streiks zu tun haben“, so der Sprecher.

Im Sommer hatten vor allem Pflegekräfte für mehr Personal gestreikt. Nach über zwei Monaten einigten sich die Gewerkschaft Verdi und die Kliniken im Schlichtungsverfahren, dass an den Kliniken je 180 Stellen geschaffen werden – die ersten 50 noch 2018.

Stellenbesetzung wird schwierig

Das könnte knapp werden: In Düsseldorf sind bisher 20 Pflegekräfte eingestellt worden, über weitere 50 Stellen auch für andere Bereiche wie den Patiententransport habe man sich erst kürzlich mit dem Personalrat geeinigt. „Wir müssen uns sehr bemühen, diese Stellen zu besetzen, der Fachkräftemarkt ist leer“, sagte der Düsseldorfer Sprecher.

In Essen sind 90 neue Mitarbeiter eingestellt worden, aber andere haben das Haus verlassen. „Wir sind bescheiden optimistisch, dass wir die 50 Stellen besetzt bekommen“, so der Sprecher. Gegenüber dem WDR hatte der Personalrat geklagt, dass die Stationen unterbesetzt sind.

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