Polizeieinsatz

Berliner Terrorverdächtiger soll IS-Mitglied gewesen sein

In diesem Haus in Berlin-Schöneberg wurde am Mittwochabend ein Syrer festgenommen, der IS-Mitglied sein soll.

In diesem Haus in Berlin-Schöneberg wurde am Mittwochabend ein Syrer festgenommen, der IS-Mitglied sein soll.

Foto: dpa

Berlin.  Ein Mann aus Syrien ist wegen Terror-Verdacht in seiner Wohnung in Berlin festgenommen worden. Gehörte er dem „Islamischen Staat“ an?

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Der in Berlin festgenommene terrorverdächtige Syrer wird verdächtigt, Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gewesen zu sein. Das sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe. Die Behörde hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Im Laufe des Donnerstags wird nach Angaben der Sprecherin geprüft, ob der dringende Tatverdacht bejaht und ein Haftbefehl beantragt wird. Erst dann wird der Festgenommene von Berlin nach Karlsruhe gebracht.

Behörden glauben wohl an zweiten Al-Bakr

Der Verdächtige sei zusammen mit einem mutmaßlichen Komplizen deutscher Herkunft und gleichen Alters über einen längeren Zeitraum observiert worden, sagte ein Ermittler der „Welt“. Informationen über mögliche Anschlagspläne erhofften sich die Ermittler durch Auswertung seiner Kommunikationsgeräte.

Beamte des Berliner Landeskriminalamts hatten den Mann am Mittwochabend in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg festgenommen. Er stehe im Verdacht, Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu sein, hatte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt.

Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft

Der Mann, der nach eigenen Angaben 27 Jahre alt sei, halte sich seit 2015 in Deutschland auf. Nach Informationen von focus.de gehen Berliner Sicherheitsbehörden bei dem Festgenommen von einem „zweiten Dschaber Al-Bakr“ aus, er gelte als hochgefährlich. Der Hinweis, der zu seiner Festnahme führte, sei von einem ausländischen Nachrichtendienst gekommen.

Das genaue Ausmaß der angenommenen Terrorbedrohung blieb zunächst unklar. Die deutschen Sicherheitsbehörden sind schon länger in Alarmbereitschaft, weil sie islamistisch motivierte Anschläge befürchten. Für Aufregung sorgte zuletzt der Fall des mutmaßlichen Extremisten Dschaber al-Bakr, der in einer Chemnitzer Wohnung Sprengstoff lagerte. Die Sicherheitsbehörden reagierten seither besonders sensibel und griffen deshalb bei Hinweisen schnell zu, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen.

Al-Bakr hatte sich schon Sprengstoff besorgt

In jüngster Zeit hatte sich mehrfach gezeigt, dass islamistische Extremisten, etwa vom IS, auch Deutschland im Visier haben. Der mutmaßliche Terrorist Al-Bakr hatte sich schon Sprengstoff besorgt und wollte den Ermittlern zufolge einen Berliner Flughafen angreifen. Er erhängte sich kurz nach seiner Festnahme in seiner Gefängniszelle in Leipzig. (dpa/rtr)

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