Nationalfeiertag

Die wichtigsten Informationen zum Tag der deutschen Einheit

Das feiern die Deutschen am 3. Oktober

Das feiern wir am 3. Oktober

Das feiern wir am 3. Oktober

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Berlin  Warum wird der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und nicht am 9. November gefeiert? Wir klären die wichtigsten Fragen zu dem Tag.

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Vor dem Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober fordern zahlreiche Politiker mehr Respekt für die Menschen in Ostdeutschland. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow beklagte gegenüber unserer Redaktion, dass emotionale Verletzungen für sie beinahe an der Tagesordnung seien.

Franziska Giffey findet, dass die Menschen durch die Erfahrung von Verlust feinfühliger auf Veränderungen von außen wie etwa dem demografischen Wandel oder der Globalisierung reagieren. Viele Menschen suchten nach Sicherheit, Anerkennung und Wertschätzung. „Dabei hätten die Menschen gerade in Ostdeutschland allen Grund, selbstbewusst zu sein“.

Tag der Deutschen Einheit ist „Glücksfall“

Berlins Bürgermeister Michael Müller äußert sich ähnlich. Der Osten verdiene mehr „Anerkennung und Verständnis“. Viele Ostdeutsche nehmen fehlenden Respekt vor ihrer Lebensleistung und ihren Erfahrungen wahr“, beklagte der amtierende Bundesratspräsident am Montag mit Blick auf den bevorstehenden Tag der Deutschen Einheit.

Gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West müssten das Ziel bleiben. Doch das ist auch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht geschehen. Im Gegenteil: Arbeit wird im Osten nicht so gut bezahlt wie im Westen.

Die Folge: Viele Menschen wenden sich frustriert von der Politik ab oder wählen die AfD, die in Ostdeutschland mittlerweile stärkste Kraft ist. Auch im Erstarken des Rechtsextremismus wie bei den Vorfällen von Chemnitz vor einigen Wochen oder auch bei den Angriffen auf Flüchtlinge in Heidenau oder Freital zu sehen war, sehen viele eine Folge einer gescheiterten Politik nach der Wiedervereinigung.

Trotzdem bezeichnet Franziska Giffey die Wiedervereinigung und den Mauerfall als „Glücksfall des letzten Jahrhunderts“. Doch was ereignete sich eigentlich genau dort und warum feiern wir nicht den Tag des Mauerfalls? Wir klären die wichtigsten Fragen.

• Warum ist der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober?

Seit 1990 wird am 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Während sich viele Bundesbürger über den freien Tag und auch zahlreiche Feierlichkeiten in ganz Deutschland freuen, wissen viele nicht, warum an diesem Tag gefeiert wird.

• Was ereignete sich am 3. Oktober 1990?

Am 3. Oktober 1990 trat die Deutsche Demokratische Republik (DDR) dem Geltungsbereich des Bundesgesetzes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) bei. Dies hatte die Volkskammer der DDR in einer Sondersitzung am 22. August beschlossen.

• Warum wurde der 3. Oktober und nicht der 9. November gewählt?

Die Wahl des Datums hatte dabei einen relativ praktischen und wenig romantischen oder symbolischen Grund: Die Regierungen beider Länder hatten einen Zeitplan ausgearbeitet, der für den 2. Dezember gesamtdeutsche Wahlen vorsah.

Da aber Wählerlisten bis mindestens acht Wochen vor der Wahl vorliegen mussten, mussten auch die Bürger der DDR bis spätestens zum 7. Oktober Bundesbürger sein.

Auch weil der 7. Oktober 1990 ein Sonntag war, fiel die Wahl auf ein Datum früher in dieser Woche und damit auf den 3. Oktober. Das Kabinett der Bundesrepublik hatte zuvor festgelegt, dass der früheste Termin zum Beitritt der DDR der 2. Oktober sein sollte.

Als Mauerfall bzw. Ende der deutsch-deutschen Grenze gilt der 9. November 1989. Unter anderem, weil an diesem Tag aber auch die Reichspogromnacht im Jahr 1938 stattfand, wurde ein anderes Datum gewählt. Die Deutsche Einheit zu einem Datum zu feiern, an dem die Nationalsozialisten Juden getötet und Synagogen angezündet hatten, wurde und wird als unangebracht empfunden.

Das war die Berliner Mauer

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• Was passierte am Datum des Mauerfalls, dem 9. November?

Am 9. November 1989 wurden nach und nach die Grenzübergänge der DDR zur Bundesrepublik geöffnet. Begonnen hatte der Abend mit einer viel zitierten Pressekonferenz, in der SED-Politbüromitglied Günter Schabowski – mehr oder weniger freiwillig – die Grenzkontrollen der DDR aussetzte. Schabowski hatte eigentlich neue und damit freizügigere Reiseregelungen für DDR-Bürger verkünden wollen.

Auf die Frage nach dem Inkrafttreten sagte Schabowski stotternd: „Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort ... unverzüglich.“ Zehntausende DDR-Bürger in Berlin brachen daraufhin zu den Grenzübergängen auf, die Grenzsoldaten nach und nach öffneten. Ab da war die Grenze durchlässig, und die Berliner Mauer wurde anschließend Geschichte.

• Hat man am Tag der Deutschen Einheit immer frei?

Der Tag der Deutschen Einheit ist der einzige Feiertag, der durch Bundesrecht geregelt ist. So heißt es im Einigungsvertrag: „Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag.“ Alle anderen Feiertage regeln die Bundesländer selbst.

• Ist am 3. Oktober ein verkaufsoffener Feiertag möglich?

Die verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage regeln die Bundesländer. Welche Sonn- und Feiertage jedoch verkaufsoffen sind, können die Städte und Gemeinden dann im Einzelfall festlegen.

Die Bundesländer schließen jedoch Feiertage wie die Weihnachtstage oder Ostern explizit aus. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat aber beispielsweise auch den Tag der Deutschen Einheit von den verkaufsoffenen Feiertagen ausgenommen.

• Wann ist Tag der Deutschen Einheit 2019?

Der 3. Oktober 2019 ist ein Donnerstag. Damit ist der Tag besonders attraktiv für Arbeitnehmer, die es auf lange Wochenenden und Brückentage im Urlaubsplan abgesehen haben. (ac/bekö)

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