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Wohnungssuche wird für viele Studenten zum Drama

Hilfe am schwarzen Brett: Die Adressen zu bezahlbaren Wohnungen sind meist schnell vergriffen.

Hilfe am schwarzen Brett: Die Adressen zu bezahlbaren Wohnungen sind meist schnell vergriffen.

Foto: Alex Büttner

Düsseldorf.   Alle Jahre wieder: Studierende, die eine Bude suchen, müssen Geduld aufbringen. Es gibt kaum bezahlbare Zimmern und Wohnungen. Allein in den den geförderten Wohnheimen fehlen 5000 Plätze. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) bleibt dennoch optimistisch, dass die Engpässe behoben werden

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Die Suche nach einer „Studentenbude“ bleibt für viele Studierende in NRW ein Drama. Obwohl landesweit 49.500 geförderte Wohnheimplätze zur Verfügung stehen, fehlen nach Angaben der Studentenwerke 5000 Plätze für Studierende. Vor allem in Aachen, Köln, Münster, Siegen und Paderborn bleibt die Situation angespannt.

Positiv: 3000 Wohnplätze wurden in den letzten beiden Jahren zusätzlich gebaut – 360 in Aachen, 300 in Münster, 120 in Dortmund und 100 in Siegen. Gelöst ist das Problem nicht. In Münster schlief ein Student Tag und Nacht im Schaufenster eines Kaufhauses, um auf seine Not aufmerksam zu machen.

Konkrete Bauplanungen

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) bleibt optimistisch, dass die Engpässe behoben werden. In Aachen, Essen, Jülich, Lippstadt, Bielefeld, Bonn, Münster und Siegen laufen derzeit konkrete Bauplanungen. Immerhin wohnen noch 28 Prozent der Studenten bei ihren Eltern und pendeln zur Hochschule.

Der Haken: Gewünscht wird das "Hotel Mama" nur von sechs Prozent der Studenten. 22 Prozent wohnen mit einem Partner, 19 Prozent allein in einer privaten Mietwohnung. Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studentenwerks Siegen, schätzt, dass mindestens 55 000 uni-nahe Wohnheimplätze gebraucht werden. „Das Thema wird uns weiter beschäftigen.“

Mietkosten in Wohnheimen steigen nur langsam

Zumindest die Mietkosten in den Wohnheimen sind zuletzt nur geringfügig gestiegen. Einschließlich der Nebenkosten lag die Durchschnittsmiete bei 230 Euro im Monat. Ein Mensa-Essen kostete zwischen 1,80 und 5,90 Euro – für Eintopf werden bis zu zwei Euro kassiert. Bei diesen günstigen Preisen ist es kein Wunder, dass 82 Prozent der Studierenden in NRW im Laufe einer Woche mindestens einmal eine Mensa oder Cafeteria zum Essen besuchen.

Immerhin 85 Prozent der Studierenden in NRW werden von ihren Eltern finanziell unterstützt – im Schnitt mit 474 Euro im Monat. Gleichzeitig tragen 68 Prozent neben dem Studium selbst zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts bei: Verdienst 362 Euro.

Fast jeder fünfte Student erhält nach Angaben von Helga Fels, Referentin der Arbeitsgemeinschaft der zwölf NRW-Studentenwerke, Bafög-Unterstützung. Für die durchschnittliche Förderung von 431 Euro monatlich wurden 2013 allein in NRW 500 Millionen Euro Fördermittel gezahlt. Inzwischen wird jeder vollständige Bafög-Antrag innerhalb von drei Wochen bearbeitet.

Unis haben doppelten Abiturjahrgang bewerkstelligt

Die Sorge, dass der doppelte Abiturjahrgang 2013 die Hochschulen überfordern würde, hat sich aus Sicht von Studentenwerken und Ministerium nicht erfüllt. „Die Hochschulen haben den Anstieg um 33.000 Studenten gut bewältigt“, sagte Jörg Lüken, Geschäftsführer des Förderwerks Bochum. Zwar erwartet Ministerin Schulze, dass es auch zum neuen Wintersemester wieder „etwas ruckelt. Aber es gibt keine Notpläne.“

Die wachsende Gruppe der Studierenden mit Kind haben die Studentenwerke in jüngster Zeit besonders in den Blick genommen. Heute betreiben die NRW-Studentenwerke 29 Kindertagesstätten an 16 Hochschulstandorten mit mehr als 1450 Kita-Plätzen. Die Anstrengungen haben sich aus Sicht Rujanskis gelohnt. Während auf Bundesebene 15 Prozent der Studierenden ihr Studium aufgrund der Kindererziehung unterbrechen, sind dies in NRW gerade sechs Prozent.

Insgesamt verfügten die NRW-Studentenwerke 2013 über Einnahmen von 345 Millionen Euro – davon zahlten die Studenten 75,8 Millionen Euro Sozialbeiträge.

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