Kirmes

Rheinkirmes: Erstmals Virtual Reality auf der Wilden Maus

Ungefähr vier Millionen Besucher werden bei der Rheinkirmes in Oberkassel erwartet.

Foto: imago stock&people

Ungefähr vier Millionen Besucher werden bei der Rheinkirmes in Oberkassel erwartet. Foto: imago stock&people

Düsseldorf.   Die Düsseldorfer Rheinkirmes läuft auf Hochtouren - mit neuester Technik. Die Schere zwischen kleinen Volksfesten und Großereignissen wird größer.

Es blinkt und leuchtet in den Abendstunden auf den Oberkasseler Festwiesen in Düsseldorf. Die Achterbahnen, Karussells und Freifalltürme auf der Rheinkirmes laufen auf Hochtouren. Seit Freitag bieten mehr als 300 Schausteller Attraktionen auf dem 216 000 Quadratmeter großen Gelände an.

„Wir haben diesmal einen besonders guten Mix von genialen Fahrgeschäften, top organisierten Zelten, Feierzonen und mit unserem Französischen Dorf von Schausteller Oscar Bruch ein echtes Highlight“, verspricht Kirmes-Organisator Thomas König.

Unter anderem mit dem 85 Meter hohen „Hangover“ und der 55 Meter hohen „Apollo 13“ sind dabei auch viele „Wolkenkratzer“-Fahrgeschäfte im Angebot. Die Groß-Kirmes auf der Rheinhalbinsel erwartet wieder vier Millionen Besucher.

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, hofft darauf, dass die Temperaturen während der Kirmes nicht allzu sehr in die Höhe schnellen. „Wenn es über die 30 Grad geht, ist es natürlich sowohl für die Besucher als auch für die Schausteller nicht gerade angenehm. Dann kann es gerade in den Abendstunden, wenn es etwas kühler wird, voller werden auf dem Platz.“

Bundesweit 200 Millionen Besucher

Die großen Volksfeste wie die Düsseldorfer oder die Cranger Kirmes, die am 2. August startet, hätten bei den Zuschauerzahlen aber generell keine Probleme, sagt Ritter: „Die Kirmes ist noch immer des Deutschen liebstes Kind.

Im vergangenen Jahr hatten wir bundesweit rund 200 Millionen Besucher.“ Für die Schausteller werden die Instandhaltungskosten allerdings immer höher. „Der Strom, den sie beziehen müssen, wird beispielsweise immer teurer“, sagt Ritter.

Auch müsse beachtet werden, dass die Kosten für Absperrungen oder die Sondertaktung der Bahn durch die Standgelder der Schausteller finanziert werden. Für die Einzelgeschäfte sei es daher eine Herausforderung, den Besuchern einen moderaten Preis anzubieten und trotzdem ausreichenden Gewinn zu erzielen. „Die Schausteller sind keine Internethändler. Wir spüren die Reaktion der Kunden auf die einzelnen Preise sofort“, beschreibt Ritter.

Suche nach neuester Technik

Kleinere Stadtteil-Volksfeste mussten aus diesen Gründen schon aufgeben oder stehen kurz vor dem Aus. „Die Schere geht immer weiter auseinander. Traditionelle Großereignisse wie die Düsseldorfer, Cranger oder Sterkrader Kirmes haben keine Probleme, da sie genug Unterstützung aus Politik und Wirtschaft erhalten. Andere Volksfeste werden eher vernachlässigt“, bemängelt Ritter.

Vier Millionen Besucher auf Rheinkirmes erwartet

Düsseldorf ist wieder fest in den Händen der Kirmes-Fans. Noch bis zum 22.Juli ist dort wieder Rheinkirmes.
Vier Millionen Besucher auf Rheinkirmes erwartet

Während die kleinen Kirmessen zu kämpfen haben, werden die Angebote auf den großen Volksfesten immer vielseitiger. In Düsseldorf können Besucher beispielsweise erstmals eine Fahrt auf der „Wilde Maus XXL“ mit VR-Brille wagen. „VR“ steht für „Virtual Reality“.

Bei den großen Attraktionen wird es teuer

Während man durch die Kurven rast, wird auf der Videobrille ein Film eingespielt, der perfekt zu den Bewegungen passt. „Schausteller sind immer auf der Suche nach der neuesten Technik, um ihre Fahrgeschäfte noch attraktiver zu machen“,so der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes.

Jeder Besucher könne dabei entscheiden, wie viel Geld er oder sie bei einem Besuch auf dem Kirmesplatz lasse. „Da ist auch kein Vergleich mit einem Freizeitpark möglich, es hängt alles vom Besucher ab.“ Großeltern könnten mit ihren Enkeln beispielsweise auch schon für einen Betrag von zehn Euro viel erleben. Bei den größeren Attraktionen wird es dann teurer. Für die Olympia-Achterbahn sind pro Fahrt beispielsweise 8,50 Euro fällig.

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