Braunkohletagebau

Grüne fordern besseres Sicherheitskonzept für Tagebaudörfer

Im Altdorf Immerath kam es immer wieder zu Einbrüchen und Plünderungen. Die Grünen fürchten, dass es auch in anderen Orten so sein könnte.

Im Altdorf Immerath kam es immer wieder zu Einbrüchen und Plünderungen. Die Grünen fürchten, dass es auch in anderen Orten so sein könnte.

Foto: Lars Heidrich

Erkelenz.   Immer wieder gab es Probleme in schon umgesiedelten Dörfern. Fünf weitere Orte müssen noch weichen. Die Polizei sieht keinen Anlass zur Sorge.

Illegale Autorennen, Plünderungen, Einbrüche und Brandstiftungen: Immer wieder wurden in den Randgebieten des rheinischen Braunkohlereviers bei Erkelenz in den vergangenen Jahren unterschiedliche Straftaten begangen. Die leerstehenden Häuser der Gemeinden Immerath, Lützerath oder dem bereits komplett umgesiedelten Borschemich zogen lange Zeit vermehrt Strolche und Diebe an.

Der Erkelenzer Ortsverein der Grünen befürchtet jetzt, dass sich diese Szenarien in den fünf Orten wiederholen könnten, die in den nächsten Jahren für den Tagebau umgesiedelt werden. Die Partei fordert deshalb ein Sicherheitskonzept für die betroffenen Dörfer. „Der ausreichende und regelmäßige Schutz der Umsiedler an den alten und neuen Standorten wird völlig außer Acht gelassen, die Betroffenen stehen alleine da“, schreibt der Ortsverein auf seiner Internetseite.

Verstärkte Raserkontrollen

Die Fraktion der Grünen in Erkelenz im Rat der Stadt Erkelenz fordert das Innenministerium und den Energieriesen RWE auf, Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen und Diebstählen zu ergreifen. „Viele Anwohner sind verunsichert“, sagte der Ortspolitiker Hans Josef Dederichs gestern der NRZ.

In den fünf Ortsteilen von Erkelenz leben rund 1700 Menschen, von denen laut Dederichs etwa 100 bereits in die Neusiedlungen umgezogen sind. Auch an den neuen Standorten der Dörfer gebe es Probleme, so der Politiker. „Aus Angst vor Diebstählen teilen sich manche Familien auf das alte Haus und das neue Haus auf, damit nicht eingebrochen wird“, sagt Dederichs.

Die Polizei im Kreis Heinsberg sieht hingegen keinen Anlass zur Sorge. Die Zahl der Einsätze in den Ortschaften, die am Rand des Tagebaus liegen, sei von 2016 auf 2017 zurückgegangen. Es werde dort nicht mehr eingebrochen als in Erkelenz. Für Immerath, Lützerath und Borschemich gibt es laut Polizei ein Sicherheitskonzept. So werden dort verstärkt Raser kontrolliert und die Orte dürfen ab 17 Uhr nicht mehr befahren werden. Auch in den neuen Umsiedlungsgebieten könnte es solche Maßnahmen bei Bedarf geben, so eine Sprecherin.

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