Ermittlungen

„Massenspektrometrie“ – Kriminalisten testen neues Verfahren

Bildnuattestaebchen

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Foto: imago stock&people

An Rhein und Ruhr.   Körpersekret-Spuren können zum Täter führen. Landeskriminalamt NRW startet zweieinhalbjährigen Versuch.

Biologen des Landeskriminalamtes (LKA) testen modernste Labortechnik zur Untersuchung von Körpersekreten. Gefundenes Blut, Speichel, Sperma oder Vaginalsekret können helfen, Täter eindeutig zu identifizieren oder zu verstehen, wie ein Verbrechen abgelaufen ist. Mithilfe der „Massenspektrometrie“ soll es möglich sein, gleichzeitig sehr viele Proteine mit einer sonst nicht gekannten Präzision zu untersuchen.

Das jetzt anlaufende Projekt ist auf zweieinhalb Jahre angelegt, wie das LKA gestern mitteilte. Die EU fördert es mit 200 000 Euro. Weil die Strafprozessordnung das Verfahren bisher nicht zulässt, kommen zunächst keine Originalspuren zum Einsatz. Stattdessen haben Mitarbeiter – nach eingehender Aufklärung – freiwillig Sekrete für die Testphase gespendet. Mit im Boot sind die Kollegen vom bayrischen LKA sowie die Ruhr-Uni Bochum, die bereits über die Labortechnik verfügt.

Neuland für die Kriminaltechnik

„Massenspektrometrie“ wird bereits vielfältig mit Erfolg eingesetzt, in der medizinischen Forschung etwa oder bei Dopingkontrollen, in Deutschland aber bis dato nicht in der Kriminaltechnik. Die Fachleute vom LKA hoffen, dass das neue Verfahren die bewährte DNA-Analyse ergänzen kann. „Massenspektrometrie“ soll insbesondere helfen, wenn Sekrete miteinander vermischt sind. Vor allem bei Sexualdelikten hoffen die Experten, den Beweiswert von Spuren erhöhen und so – perspektivisch – noch mehr Täter überführen zu können.

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