Aggression

Mehr Übergriffe auf Mitarbeiter in den Amtsstuben

Sogar Krankenhäuser und Kliniken greifen inzwischen auf private Sicherheitsdienste zurück - so wie dies auch einige Kommunen tun.

Sogar Krankenhäuser und Kliniken greifen inzwischen auf private Sicherheitsdienste zurück - so wie dies auch einige Kommunen tun.

Foto: MATTHIAS GRABEN

Hagen.   Beleidigungen, Beschimpfungen,sogar Tätlichkeiten – Mitarbeiter der Kommunen in NRW sehen sich wachsender Aggression ausgesetzt.

Nicht nur Rettungssanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten, sondern auch Mitarbeiter städtischer Ämter werden zunehmend zur Zielscheibe von Beleidigungen, Bedrohungen und Gewalt. In zahlreichen NRW-Städten stieg die Zahl der Straftaten gegen kommunale Mitarbeiter zuletzt an, wie aus einer Umfrage dieser Zeitung hervorgeht. In Warstein wurde erst am Dienstag vergangener Woche ein 38-Jähriger zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er im Jobcenter mit Stühlen geworfen hatte.

In Münster wurden 2017 insgesamt 60 „ernstzunehmende Vorfälle“ gezählt, im Jahr davor waren es 30, im Jahr 2015 „nur“ 21. „Wir sind in einer Negativspirale“, klagte Münsters Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. In Bochum wurden 24 Straftaten gegen Behördenmitarbeiter gezählt (2016: 18). „Eine Zunahme ist klar erkennbar“, sagte ein Stadtsprecher. Etwa die Hälfte der Strafanträge aus Bochum betraf Rettungsdienste und Feuerwehr, die andere Hälfte traf die Beschäftigten anderer Ämter.

Nicht überall wird gezählt, nicht überall gibt es Straftaten. „Aber der Umgangston wird rauer, vor allem respektloser“, heißt es etwa in Menden und Olsberg. Die Zahl der Verbalattacken steige wie auch deren Intensität, heißt es aus Arnsberg. Der Hochsauerland­kreis berichtet, dass Mitarbeiter im Ausländeramt teils heftigst beschimpft würden. Mehrfach wurde die Polizei zur Hilfe gerufen, berichtet Kreissprecher Martin Reuther. Mehrere Hausverbote wurden erteilt.

Ähnliche Probleme mit rabiaten „Klienten“ haben die Angestellten in den Jobcentern vieler NRW- Städte. Im Hagener Jobcenter wurden im Jahr 2017 allein 16 Übergriffe gegen Mitarbeiter registriert. In den Fällen, die bis zur Anzeige gelangen, handelt es sich meist um Beleidigungen und Bedrohungen, zum Teil sexistischen oder rassistischen Inhalts. Sachbeschädigungen, Schläge, Tritte und andere körperliche Attacken kommen auch vor. Besonders gefährdet sind städtische Mitarbeiter, die auf der Straße Dienst tun, zum Beispiel Ordnungsdienst-Streifen und Verkehrsüberwacher.

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