Verkehr

A3 - Die neue Autobahn-Abfahrt „Emmerich-Ost“ ist eröffnet

Weg mit der Barke. Peter Hinze (v.l.), Christoph Angenendt, Jochen Kempkes, Yvonne Surink (beide Fachbereich Stadtentwicklung), Berthold Dünk von Straßen NRW und Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter der Stadt.

Weg mit der Barke. Peter Hinze (v.l.), Christoph Angenendt, Jochen Kempkes, Yvonne Surink (beide Fachbereich Stadtentwicklung), Berthold Dünk von Straßen NRW und Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter der Stadt.

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Die A3-Abfahrt „Emmerich-Ost“ ist eröffnet. Fünf Monate schneller als gedacht und im geplanten Kostenrahmen. Warum eine Ampel vermisst wird.

Dass eine 30.000-Seelen-Stadt drei Autobahn-Abfahrten vorhält, das ist schon „bemerkenswert“, findet Bürgermeister Peter Hinze. Denn seit Dienstagnachmittag ist das in Emmerich der Fall. Der Verkehr auf der A3-Anschlussstelle „Emmerich-Ost“ rollt. Etwa fünf Monate früher als gedacht. Warum? „Der Bau einer Brücke ist in der Planung schwierig. Wir hatten defensiv geplant. Es lief aber alles prima. Die Witterung war günstig. Wir sind super-zufrieden“, so Christoph Angenendt, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen.NRW. Stress im Verkehr gab’s während der Bauzeit durch die Sperrungen der A3: „Es ging nicht anders“, sagt der Projektleiter.

Die Ampel kommt erst später

Bürgermeister: "Emmerich-Ost ist ein Gewinn"

Zwei Fragen an Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze zur Eröffnung des neuen Autobahnanschlusses Emmerich-Ost.
Bürgermeister: "Emmerich-Ost ist ein Gewinn"

Die vorzeitige Eröffnung hat einen Nachteil: Die Ampel an der Kreuzung Weseler-/Netterdensche Straße steht noch nicht. „Sie ist für Mai geplant“, so Angenendt, der mit einer Bauzeit von sechs Wochen rechnet. Langfristig sei an dieser Stell gar mit einem Kreisverkehr zu rechnen, ist Bürgermeister Hinze überzeugt.

Nicht selbstverständlich ist, dass dieses öffentliche Bauvorhaben mit den veranschlagten 5,8 Millionen Euro ausgekommen ist. 3,9 Millionen Euro kostete die eigentliche Anschlussstelle, 1,9 Millionen Euro die Brücke. Den Großteil der Kosten trägt der Bund. Jene Kosten, die nur die Netterdensche Straße (L90) betreffen, zahlt das Land.

Hilfreiche Anschlussstelle

In fast 25 Jahren, in denen die Abfahrt konkret in Planung ist, ergänzt Peter Hinze, sei die Anschlussstelle „in der Priorität des Bundes rauf und runter gewandert“. Wobei die Idee aus den 80ern stammt. Heute, wo sie eröffnet ist, unterstreicht der Bürgermeister, die Bedeutung für Emmerich: „Die Abfahrt ist für den Hafen, das Gewerbegebiet und den ganzen Wirtschaftsstandort ganz wichtig. Die Nachfrage aus den Niederlanden für den Hafen wächst stetig, da ist die Anschlussstelle auch hilfreich.“

Verkehrlich sei durch „Emmerich-Ost“ auch Entlastung auf anderen Strecken in Emmerich zu erwarten. Etwa an der B220.

Bürgermeister hält Probleme im Blick

Der Bürgermeister hält aber auch die Probleme im Blick: Die Anwohner sorgten sich um zusätzliche Verkehrsbelastung. Klein-Netterden brauche die Erweiterung des Radweges an der Netterdenschen Straße. Man müsse beobachten, wie sich Bürger aus den „Südstaaten“ Emmerichs ihren Weg zur Autobahn bahnen und gegebenenfalls als Stadt reagieren.

Hinze erinnerte auch an das Klageverfahren. Die Bürgeriniative Klein-Netterden wehrte sich gegen die Abfahrt an dieser Stelle (die NRZ berichtete ausführlich). Doch gegen die Alternative Budberger Straße sprach unter anderem der geringere Abstand zur Abfahrt „Emmerich“. Auch der Zustand der Brücken wurde als Argument ins Feld geführt. Inzwischen musste die Brücke Netterdensche Straße neu gebaut werden. Auch die Brücke Budberger Straße wird abgerissen und neu errichtet. „Ich kann die Brücken-Diskussion nicht beurteilen, kann aber nachvollziehen, dass sich durch die Entwicklung Fragezeichen ergeben.“

>> VIEL BODEN ANGELIEFERT

Baustart für die Abfahrt „Emmerich-Ost“ samt des Baus der neuen Brücke an der Netterdenschen Straße war am 1. Oktober 2016. Es wurden 60.000 Kubikmeter Boden angeliefert. 25.000 Quadratmeter Asphalt-Fläche wurden geschaffen. Die Brücke hat eine Fläche von 430 Quadratmetern und ist 13,80 Meter breit. Die Brücken-Fahrbahn ist acht Meter breit.

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