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Wegen Seifenlauge: Auf A57 gilt bei Nässe vorerst Tempolimit

Zur Reinigung der Fahrbahn waren spezielle Reinigungsfahrzeuge nötig, die bis aus Koblenz nach Dormagen herangeschafft werden mussten.

Zur Reinigung der Fahrbahn waren spezielle Reinigungsfahrzeuge nötig, die bis aus Koblenz nach Dormagen herangeschafft werden mussten.

Foto: David Young / dpa

Dormagen/Köln.  Seifenlauge hat am Donnerstag zur stundenlangen Sperrung der A57 geführt. Auf dem elf Kilometer langen Teilstück gilt bei Nässe erstmal Tempo 60.

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Autofahrer müssen in den kommenden Tagen auf der A57 bei Nässe mehr Zeit einplanen. Nach der Vollsperrung in Fahrtrichtung Köln am Donnerstag wegen ausgetretener Seifenlauge hat Straßen NRW ein Teilstück der Autobahn auf Tempo 60 begrenzt. Zwischen dem Kreuz Neuss-Süd und der Anschlussstelle Köln-Worringen war die komplette Fahrbahn in Richtung Köln auf knapp elf Kilometern glitschig bis spiegelglatt. Die Autobahn war in Richtung Köln bis Donnerstagabend gesperrt.

„Ein bisher unbekannter Lastwagen hat auf mehreren Kilometern Strecke Seifenlauge verloren“, berichtete die Autobahnpolizei am Donnerstagmorgen auf Anfrage. Am frühen Morgen lief dann eine Reinigungsaktion an, die man auch beim Landesbetrieb Straßen.NRW in dieser Größenordnung selten hat: Insgesamt zwölf spezielle Straßenreinigungsfahrzeuge kamen zum Einsatz. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der A57 wurden insgesamt fünf Reinigungsfirmen kontaktiert, um die nötigen Fahrzeuge zu bekommen, bis hin nach Koblenz.

„Die Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis in den Nachmittag“, so eine Sprecherin vom Landesbetrieb Straßen.NRW am Vormittag. Diese Prognose musste der Landesbetrieb am späten Nachmittag nochmals korrigieren: Erst am Donnerstagabend konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Nach Freigabe gilt auf dem Teilstück bei Nässe erstmal Tempo 60

Das Problem: Die Kehrmaschinen kommen nur meterweise voran, mit etwa 0,6 Stundenkilometern. „Die Stellen müssen zum Teil zwei bis dreimal gereinigt werden“, sagte die Sprecherin. Die Kehrmaschinen seien versetzt und in Kolonne im Einsatz, um die gesamte Fahrbahn auf der vollen Breite zu reinigen.

Und selbst die Spezialmaschinen konnten die Flüssigkeit, die in den grobporigen Asphalt eingedrungen war, nicht komplett entfernen. Deshalb musste am Nachmittag Spezialgranulat angefordert werden, damit die Fahrbahn wieder griffiger wird. Als weitere Sicherheitsmaßnahme gelte auch nach der Freigabe bei Nässe auf dem elf Kilometer langen Stück zunächst Tempo 60, heißt es bei Straßen.NRW.

Reinigungsarbeiten sind extrem aufwändig

Bemerkt worden waren die zum Teil spiegelglatten Fahrspuren erst durch einen Unfall: Gegen 21.32 Uhr am Mittwoch war ein Auto bei Dormagen ins Schleudern gekommen von der Autobahn gerutscht, berichtete die Autobahnpolizei. Erst dadurch sei vor Ort aufgefallen, dass die Fahrbahn auffallend glatt war, „wie bei Glatteis, nur ohne Minustemperaturen“, hieß es bei der Autobahnpolizei.

Laut Polizei wurde die Autobahn dann gegen 0.30 Uhr in der Nacht zu Donnerstag in Richtung Köln gesperrt. Da der Asphalt bauartbedingt „etwas porös“ ist, „muss die Seifenlauge erst mit heißem Wasser aus dem Asphalt gelöst und dann abgesaugt werden“, hieß es. Erschwert wurden die Arbeiten noch durch das Regenwetter, dass die Haftung der Seifenlauge noch verstärkt hatte, hieß es bei Straßen.NRW.

Die örtliche Feuerwehr hatte zuvor in der Nacht die Flüssigkeit auf der Fahrbahn als „Seifenlauge“ klassifiziert; Tests hätten ergeben, dass es sich weder um Öl noch um Chemikalien gehandelt habe, erklärte die Sprecherin von Straßen.NRW.

Autofahrer sollten A57 weitgehend umfahren

Die Polizei riet dazu, die A57 weiträumig zu umfahren. Pkw sollten etwa über die Fleher Brücke auf die rechtsrheinisch verlaufende A59 ausweichen. Die aber komme für Schwerlastverkehr nicht in Frage, weil es dort Einschränkungen bei der Last von Brücken gebe, teilte die Autobahnpolizei mit: Lastwagen sollten daher über die parallel zur A59 verlaufenden Bundesstraße 9 ausweichen - oder besonders weiträumig über die Autobahnen A3 oder A61, hieß es bei der Polizei.

Laut WDR summierte sich der Stau vor Neuss auf fünf Kilometer. Die Umleitungsstrecken, darunter die Bundesstraße 9 zwischen Neuss-Uedesheim und Dormagen, waren während der Sperrung in Richtung Köln ebenfalls entsprechend voll. In Gegenrichtung blieb die Autobahn für den Verkehr unbeeinträchtigt.

Unklar war am Donnerstag, warum die Vollsperrung der A57 ab Neuss bis Köln-Worringen in Fahrtrichtung Köln seit dem Morgen für mehrere Stunden nicht auf dem Verkehrsportal Verkehr.NRW angezeigt wurde. Es wurde nur „Stau“ angezeigt. Beim zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW zeigte man sich zerknirscht: „Unser Anspruch ist ein anderer“. Das Verkehrsportal sollte eigentlich alle relevanten Verkehrsmeldungen in NRW bündeln, sagte die Sprecherin. Ob es ein Fehler im Meldungsablauf war oder ein technisches Problem, ließ sich am Vormittag auf Nachfrage nicht klären. Die Meldung der Polizei müsse in einem solchen Fall erst der „Landesmeldestelle“ beim Verkehrsministerium übermittelt werden. Von dort werde dann die Verkehrszentrale in Leverkusen informiert, die erst dann Autofahrer via Straßen.NRW warnen könne, erläuterte die Sprecherin.

Am späten Vormittag war die Sperrung schließlich aber auch bei Verkehr.NRW zu sehen. (mawo)

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