Friedhöfe

Ärger über abgeschlossene Toiletten auf Friedhöfen

Eine Bürgerin ärgert sich über die Zustände auf dem Friedhof Trompet in Rheinhausen.

Eine Bürgerin ärgert sich über die Zustände auf dem Friedhof Trompet in Rheinhausen.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Die Stadt Duisburg schließt aus Kostengründen die Friedhöfe nicht ab - dafür aber die Toiletten. Oberhausen und Mülheim halten es anders.

„Grableuchten beschädigt“, „Bronzefiguren gestohlen“, „Blumenbeete zerstört“: Silvia T. kennt diese Schlagzeilen über „Vandalismus auf Friedhöfen“. Und so könnte sie verstehen, wenn Friedhöfe abends abgeschlossen werden. Aber dass Städte dazu übergehen, sie nachts offen zu lassen, dafür aber die Toiletten mit dem Betriebsschluss der Friedhofsverwaltung zu schließen, ärgert die Düsseldorferin. Seit 20 Jahren pflegt sie auf dem städtischen Friedhof in Duisburg-Trompet Gräber. Bis vor drei Monaten konnte sie hier auch noch abends oder am Wochenende die Toiletten nutzen. „Es war wohl einer der letzten Friedhöfe in Duisburg, auf dem das möglich war. Ich finde das unmöglich. Wenn ich die Gräber bepflanze, verbringe ich dort oft mehrere Stunden. Da ich berufstätig bin, meist am Wochenende oder nachmittags“, erzählt Silvia T.

Die Stadt Duisburg sieht aber keine andere Möglichkeit, um Vandalismus-Schäden vorzubeugen. Schon lange würden die städtischen Friedhöfe nicht mehr abgeschlossen. „Vor mehreren Jahren wurden die Friedhöfe noch einmal testweise abgeschlossen. Dadurch sind aber die Vandalismusschäden nicht geringer geworden“, erklärt Volker Lange, Pressesprecher der Wirtschaftsbetriebe Duisburg.

Kosten müssten auf die Friedhofsgebühr umgelegt werden

Zudem würden durch das Abschließen „hohe Kosten“ verursacht, die im sechsstelligen Bereich liegen und letztendlich auf die Friedhofsgebühr umgelegt werden müssten. Auf dem Duisburger Parkfriedhof habe es noch einen Versuch gegeben, die Toilettenanlage über das Wochenende offen zu lassen, „leider ist es auch hier zu starken Vandalismusschäden gekommen“, so Volker Lange.

Auch bei den Gemeindefriedhöfen schaut es für die Besucher nicht besser aus. Grundsätzlich gibt es hier keine einheitliche Regelung. So gibt es in Duisburg beispielsweise drei Pfarreien, die eigene Friedhöfe haben. Einer von ihnen, der Abteifriedhof in Hamborn wird um 19 Uhr abgeschlossen, eine Toilette gibt es hier nicht. Die katholischen Gemeindefriedhöfe sind rund um die Uhr geöffnet. Toiletten, wenn vorhanden, sind nur dann geöffnet, wenn auch der Friedhofsgärtner vor Ort ist.

Bei Einbruch der Dunkelheit wird in Mülheim abgeschlossen

Auch in anderen Städten gibt es kein einheitliches Bild. In Mülheim an der Ruhr gibt es zwar immer wieder politische Diskussionen darüber, wie die Stadt Friedhöfe sicherer machen kann. Eine Lösung gibt es bislang aber noch nicht. „Das würde immens hohe Kosten verursachen“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels. Die städtischen Friedhöfe in Mülheim werden abgeschlossen, sobald es dunkel wird – im Sommer also später als im Winter. Solange sind auch die Friedhofseinrichtungen wie Toiletten geöffnet. Zwar gebe es immer mal wieder Vandalismus, der beziehe sich aber weniger auf die WC-Anlagen, sondern vielmehr auf Blumen- oder Metalldiebstähle von Gräbern.

In Oberhausen habe es nach Auskunft des zuständigen Oberhausener Gebäudemanagements keine Kritik an den Öffnungszeiten der fünf städtischen Friedhöfe gegeben. Allerdings gibt es in Oberhausen auch keine einheitlichen Schließzeiten, das regeln die Friedhofsverwaltungen vor Ort individuell. Nur einer der fünf Friedhöfe sei durchgehend geöffnet. Er befindet sich in der Nähe einer Wohnsiedlung, wodurch eine soziale Kontrolle gewährleistet ist.

Silvia T. findet es „unmöglich“, dass Toiletten aus Geldmangel abgeschlossen werden, die Friedhöfe aber aufbleiben. „Jahrelang gab es wohl keine Probleme, zumindest in Trompet. Und jetzt?“

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