Die Ruhrbahn will zum 1. Januar 2019 mit teils stark verbilligten Tickets viele zusätzliche Fahrgäste locken. Mit dem Förderbescheid des Bundes von insgesamt 21,22 Millionen Euro für Essen als „Modellstadt für Saubere Luft“ ist zumindest für die nächsten drei Jahre die Finanzierung für die Stärkung des Bahn-, Bus- und Radverkehrs gesichert. Für Neukunden soll es ein 24-Monate-Ticket mit bis zu 50-prozentiger Rabattierung geben.

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Die Ermäßigungen für Bestandskunden sind entgegen erster Planungen wieder fallengelassen worden. „Unsere Angebote richten sich nur an Neukunden. Die wollen wir dafür gewinnen, vom Auto auf Bahn und Bus umzusteigen“, betont Ruhrbahn-Sprecherin Simone Klose. Rabatte soll es auch für den Neuabschluss von Firmentickets sowie für Kombitickets bei Sport- und Kulturevents geben. Zudem könnte ein preisgünstiges „Schöner Wochenende Ticket“ eingeführt werden. Die Details zu den Ticket-Angeboten müssen noch mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr abgesprochen werden. Auch der Rat muss sich noch festlegen.

Erst nächsten Sommer fahren mehr Busse in Essen

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Mit der Einführung der neuen Preise kann aber nicht gleichzeitig der Ausbau des Linienverkehrs starten. Erst in zehn Monaten werden mehr Busse in Essen unterwegs sein. Mit etwa 16 Millionen Euro sind hier die meisten Investitionen vorgesehen. Der angekündigte Fünf-Minuten-Takt (statt zehn Minuten) auf den fünf stark frequentierten Buslinien SB15, 146, 160/161, 169 und 170 soll erst zum Fahrplanwechsel im Juni 2019 kommen. Bis dahin muss die Ruhrbahn 76 neue Fahrer einstellen, die die zusätzliche Jahresleistung von 1,4 Millionen Fahrkilometern stemmen sollen.

Hier liegt die größte Hürde für das Sofortprogramm. Denn sowohl in Essen als auch in anderen Städten an Ruhr und Rhein suchen Verkehrsbetriebe händeringend nach neuen Fahrern. Ruhrbahn-Vorstand Michael Feller kündigt eine „Personalbeschaffungsstrategie“ an – und hat die Personalabteilung beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Ruhrbahn sucht 74 neue Busfahrer in Essen

Eine Chance, geeignete Bewerber zu finden, besteht aber nur, wenn auch diese Fahrer unbefristet eingestellt werden. Da stellt sich schon die nächste Frage: Was passiert, wenn die Förderung Ende 2020 ausläuft?

Hier fordert Oberbürgermeister Thomas Kufen eine Anschlussfinanzierung über das Jahr 2020 hinaus, „um die erreichten Ziele auch dauerhaft fortschreiben zu können“.

Weniger Probleme gibt es mit den zusätzlichen Bussen. Die Ruhrbahn hat vorsorglich 16 Fahrzeuge als Reserve zurückgehalten, so dass nur acht neue Gelenk- und Standardbusse beschafft werden müssen.