Aachen/Köln. Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ nennt Versuche ethisch verwerflich. Aachener Uni betont die Notwendigkeit von Forschungen zu Magersucht.

„Ethisch verwerflich und wissenschaftlich unsinnig“: Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ kritisiert Hungerversuche mit mehr als 200 Ratten scharf, mit denen Wissenschaftler der RWTH Aachen zu Magersucht (Anorexie Nervosa) geforscht haben. Die Tiere würden über Wochen mit dem Futter derart knapp gehalten, dass sie nur noch halb soviel wiegen wie ihre gefütterten Artgenossen, klagt der in Köln ansässige Verein. Wie die Hochschule auf Nachfrage der Redaktion erklärte, hat die Versuchsreihe wichtige Erkenntnisse gebracht.

Die Forscher konnten demnach in den Versuchen nachweisen, dass bei den abgemagerten Ratten-Weibchen das Gehirnvolumen um sechs bis neun Prozent reduziert ist, ganz ähnlich wie bei Magersucht-Patientinnen. Ein wichtiges positives Ergebnis sei da gewesen, dass eine Normalisierung des Gewichtes auch zu einer Normalisierung der Gehirnstrukturen beiträgt – „solange sie früh genug erfolgt“, erklärte ein Hochschulsprecher.