Max Liebermann

Katwijk aan Zee als Quelle der Inspiration

In Katwijk aan Zee stehen viele Kunsttafeln, wie hier von Jan Toorop.

In Katwijk aan Zee stehen viele Kunsttafeln, wie hier von Jan Toorop.

Foto: Lars Tenorth

Katwijk aan Zee/Noordwijk.  Katwijk an der Nordsee ist vor allem als Urlaubsort bekannt. Was die wenigsten wissen: Auch viele Künstler zog es hierher.

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Jeden Tag geht eine Fischersfrau zum Strand in Katwijk aan Zee, hält Ausschau, ruft laut den Namen ihres Mannes, hofft auf ein Lebenszeichen. Nichts. Irgendwann gibt sie auf, später erfährt sie Gewissheit. Ihr Mann ist, wie viele andere, bei der Fischerei auf der rauen See ertrunken, wird nie wiederkehren. Die schicksalträchtige Geschichte erzählt Historiker Gerrit van Egmond, basierend auf Überlieferungen. So ist es vielen Frauen in Katwijk aan Zee ergangen, berichtet er.

„Rund 50 Prozent der Bevölkerung arbeiteten hier im Fischergewerbe“, sagt Egmond. Und es war hart, Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie rau das Leben damals war, zeigt sich besonders auch in Katwijks Museum auf einem Gemälde des deutschen Malers Hans von Bartels, der versuchte die Fischerei realistisch zu bezeugen. Das Werk „Warten auf die Fischerflotte“ zeigt eine ältere Frau am Strand mit düsterer Miene und vielen Falten, die ein Kind im Arm hält. Ihr Ausdruck wirkt hoffnungslos. Im Hintergrund liegen einfache Segelschiffe an. Andere Künstler stellten die Fischerei idealisiert im impressionistischen Stil dar, zum Beispiel nutzte Jan Toorop (siehe Foto!) dafür viele Farben.

Max Liebermann war in Noordwijk

Viele Künstler ließen sich in der Region inspirieren, auch der deutsch-jüdische Maler Max Liebermann, der sich im benachbarten Noordwjik insbesondere mit der noblen Gesellschaft befasste. Unter anderem verbrachte er Anfang des 20. Jahrhundert immer wieder Zeit im Luxus-Hotel Huis ter Duin, das auch heute noch existiert.

Dort und vor allem auch am Strand verewigte er die Menschen auf seinen Gemälden. Heute erinnert die „Max Liebermann Route“ in Noordwijk an seine dortige künstlerische Schaffenphase von 1905 bis 1913. „Insgesamt malte er hier 127 Gemälde“, erzählt Kunsthistoriker Jaques Dekker. Auf der Route können Besucher 23 seiner Werke mit Infotexten bestaunen. Im impressionistischen Stil bildete er mit Ölfarben das Tennisspiel oder einen edlen Reiter am Strand ab.

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