Schönes Leiden

Rembrandts Geburtsstadt

Viele Kanäle und Brücken prägen das Stadtbild Leidens. Rembrandt eröffnete hier damals gemeinsam mit seinem Freund Jan Lievens sein erstes Atelier.  

Viele Kanäle und Brücken prägen das Stadtbild Leidens. Rembrandt eröffnete hier damals gemeinsam mit seinem Freund Jan Lievens sein erstes Atelier.  

Foto: Lars Tenorth

Leiden.   Die Niederlande feiert das Rembrandt-Jahr. In Leiden fing damals alles an...

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Sonnenstrahlen schimmern auf den Häuserfassaden in Leiden, Lichtwellen glänzen auf dem ruhigen Wasser der vielen Kanäle. Immer wieder queren Radfahrer geschwind Brücken, während Fußgänger entspannt Gebäude betrachten, die ihren Ursprung in der Blütezeit des 17. Jahrhunderts fanden.

Zu dieser Zeit lebten auch viele Künstler in Leiden, ein weltbekannter Maler erblickte dort am 15. Juli 1606 das Licht der Welt: Rembrandt van Rijn. Als achtes von neun Kindern wurde er als Sohn von Müller Harmen Gerritszoon van Rijn und dessen Frau Neeltgen Willemsdochter van Zuytbrouck geboren. Zwischen 1612 und 1616 besuchte Rembrandt die Grundschule, direkt anschließend vier Jahre lang die calvinistische Lateinschule, die Besucher heute unweit der „Pieterskerk“ entdecken können. Die Schüler verständigten sich damals komplett auf Latein und legten auch ihre Examen in dieser klassischen Sprache ab. Während dieser Phase nahm Rembrandt in seiner Freizeit Stunden bei Henricus Rieverlinck, der sein erster Zeichenlehrer war.

Nach seiner Schulzeit schrieb sich Rembrandt zunächst an der philosophischen Fakultät Leiden ein, doch schnell brach er dieses Studium wieder ab. Er begann sich intensiver der Kunst zuzuwenden.

Passenderweise eröffnete der Künstler Jacob Isaacsz van Swanenburgh eine Kunstschule in Leiden. „Auf Empfehlung eines Lehrers wurde er dort aufgenommen“, sagt die Kunsthistorikerin Marike Hoogduin-Berkhout. Van Swanenburgh hatte in Italien viel über besondere Techniken gelernt, lehrte die Grundlagen der Malerei. Welche das genau waren, lässt sich genau im Rembrandt Studio erfahren, im Nachbau des Studios seines Mentors Swanenburgh, der sich malerisch oft mit der Hölle befasste. Ein sieben minütiges Videomapping, bei dem auch die Werke seines engen Weggefährten und Freundes Jan Lievens gezeigt werden, gibt einen Einblick über die Kursinhalte. Spielerisch und farbenfroh fliegen Elemente durch die Gegend, kreieren einen bunten Eindruck, zeigen worauf Rembrandt damals Wert legte, das waren exotische Farbpigmente und Mineralien. „Er experimentierte viel“, erklärt Hoogduin-Berkhout. Das spiegelt sich fortlaufend in der Show wider, viel probierte er mit Licht und Schatten aus, um das Auge des Betrachters zu fesseln. Doch das reichte Rembrandt damals nicht, er wollte sich weiterbilden und wagte den Weg zu einem zweiten Meister: zum Historienmaler Pieter Lastman nach Amsterdam.

Wichtige Historienmalerei

Zum damaligen Zeitpunkt war die Historienmalerei von äußerst hoher Bedeutung, Rembrandt erkannte das und eignete sich schnell die Grundlagen an. Nach dieser Ausbildung kehrte Amsterdam den Rücken und eröffnete 1625 mit seinem Kumpel Lievens ein eigenes Atelier, wo er auch Schüler erstmal unterrichtete. Er sammelte zudem mit seiner Historienmalerei erste Erfolge, verkaufte unter anderem zwei Bilder an die englische Krone, dadurch erhöhte sich sein Bekanntheitsgrad. 1631 gab er das Atelier auf und zog wieder nach Amsterdam. „Er wollte mehr Geld verdienen“, sagt Hoogduin-Berkhout.Dort interessierten sich vor allem Kaufleute für seine Kunst und er fertigte viel Portraits an. Sein Gesamtwerk umfasst nach Schätzungen der Kunstwelt unter anderem rund 350 Gemälde.

2019 jährt sich der Todestag von Rembrandt zum 350. Mal, gestorben ist Rembrandt van Rijn am 4. Oktober 1669. Auch in Leiden wird das zum Anlass genommen, um den jungen Rembrandt zu zeigen, im Museum de Lakenhal, ab dem 3.November 2019.

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