Aus fürs Offside Open ?

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

FESTIVAL. Zukunft des Jazzfestes steht in den Sternen. Bisher sind noch keine Künstler unter Vertrag. Neuer Leiter gesucht.

GELDERN. Ob es zu einer zweiten Auflage des Gelderner Jazz-Festivals "Offside Open" kommt, steht im Moment noch in den Sternen. Acht Wochen vor dem anvisierten Termin vom 22. bis zum 24. August ist noch kein einziger Vertrag mit einem Musiker unterzeichnet. Am Wochenende nahm auch noch der Künstlerische Leiter Burkhard Hennen seinen Hut. Jetzt suchen die verbliebenen Organisatoren, die Städte Geldern, Straelen und Arcen, der niederländische Radiosender NPS und die Integra gGmbH, händeringend einen neuen Impressario, der das vor einem Jahr aus der Taufe gehobene Festival retten soll.

Hintergrund der überraschenden Scheidung sind offensichtlich Differenzen über die Zukunft des "Offside Open". Während Hennen, der das Moers Festival 34 Jahre lang leitete, wegen des geringeren Etats erst 2009 wieder an den Start gehen wollte, drängten die anderen Organisatoren auf die jährliche Austragung. "In diesem Jahr steht nicht genügend Geld zur Verfügung, um ein Festival zu veranstalten, das den Ansprüchen der Marke genügt", erklärte Burkhard Hennen gegenüber der Redaktion. Wie es heißt, sollen rund 40 000 Euro weniger als geplant zur Verfügung stehen, die eigentlich durch Sponsoren aufgebracht werden sollten.

40 000 Euro fehlen

Mit dem Wunsch nach einer Verschiebung des Festivals konnte sich Hennen bei seinen Mitstreitern nicht durchsetzen. "Es ist die Frage, ob wir nicht mit 70 Prozent des Geldes in diesem Jahr auch ein sehr gutes Programm auf die Beine stellen können", erklärt Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen.

Ob das Festival 2008 dann tatsächlich Offside Open heißen wird, ist eher unwahrscheinlich. "Die Markenrechte liegen bei Moers Music, und den Namen 'Offside Open' wird nur ein Festival tragen, das ihn auch verdient", betont Burkhard Hennen. Sprich: Wo 'Offside Open' drauf steht, ist Burkhard Hennen drin. "Ansonsten würde ich mich sehr freuen, wenn in diesem Jahr in Geldern ein internationales New Jazz Konzert stattfindet", so Hennen, der betont, nicht im Streit geschieden zu sein. "Im Gegenteil", bestätigt auch Bürgermeister Ulrich Janssen, "Wir würden uns sehr freuen, wenn Burkhard Hennen 2009 wieder mit an Bord ist."

Noch in dieser Woche soll die endgültige Entscheidung über die Ausrichtung des Festivals fallen. "Die Organisation steht, die freiwilligen Helfer sind bereit", erklärt Rainer Hanssen, Organisationschef des Festivals, "jetzt wird ein Retter gesucht, der die künstlerische Arbeit übernimmt." Man habe einen Kandidaten aus der Szene im Visier, der kontaktiert werden soll.

Fraglich ist nur, ob die Künstler, die bisher Kontakt mit Hennens Firma Moers Music hatten, auch unter neuer Leitung aufspielen werden. DIE PREMIEREBereits im vergangenen Jahr gab es bei der Premiere einige Probleme. Zunächst sollte das Festival im Waldfreibad Walbeck stattfinden, doch der Bäderverein zog seine ursprüngliche Zusage wegen ungeklärter Haftungsfragen wieder zurück.

Die Veranstalter mussten an den Holländer See in Geldern ausweichen. Dort wurde das Festival aber zu einem großen Erfolg. 4000 Zuschauer waren dabei, als unter anderem das 40-köpfige japanische Shibuza Shirazu Orchestra und der New Yorker Saxofonist David Murray aufspielten. Künstler, die Hennen auch schon mehrmals für Moers engagiert hatte und dem Impressario auch nach Geldern gefolgt waren.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben