Ausbildung – da geht noch was!

Foto: Heinrich Jung

Kreis Wesel.   Offen bleiben – das ist unter dem Strich der Appell, den die Agentur für Arbeit zugleich an ausbildungswillige Unternehmen und an die Schulabgänger sendet: In zwei Monaten starten die ersten Azubis ihre Lehre. 1748 Jugendliche im Kreis Wesel suchen derzeit noch nach einer geeigneten Lehrstelle und es gibt keinen Grund, bereits zu verzweifeln. 1198 Ausbildungsstellen sind aktuell unbesetzt und laut Agentur für Arbeit melden sich täglich weitere Arbeitgeber, die kurzentschlossen ausbilden wollen. Warum finden Bewerber und Ausbilder offenbar nicht zueinander?

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Offen bleiben – das ist unter dem Strich der Appell, den die Agentur für Arbeit zugleich an ausbildungswillige Unternehmen und an die Schulabgänger sendet: In zwei Monaten starten die ersten Azubis ihre Lehre. 1748 Jugendliche im Kreis Wesel suchen derzeit noch nach einer geeigneten Lehrstelle und es gibt keinen Grund, bereits zu verzweifeln. 1198 Ausbildungsstellen sind aktuell unbesetzt und laut Agentur für Arbeit melden sich täglich weitere Arbeitgeber, die kurzentschlossen ausbilden wollen. Warum finden Bewerber und Ausbilder offenbar nicht zueinander?

Viele gute Bewerber

Karl-Joseph Verbeet, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit und stellvertretender Geschäftsführer, macht mehrere Ursachen aus. „Mancher Arbeitgeber wartet darauf, dass sich noch bessere Bewerber finden und verzögert den Einstellungsprozess“, sagt er. Dabei seien diejenigen, die sich frühzeitig beworben haben, gut motiviert. „Jugendliche entwickeln sich noch“, sagt Verbeet. Und: „Wenn es in der Berufsschule hapert, kann die Agentur für Arbeit Stützunterricht anbieten, es gibt auch die Programm assistierte Ausbildung.“ Für die Arbeitgeber sei das kostenlos. „Wir haben in diesem Jahr richtig gute Bewerber, 70 Prozent von ihnen haben mindestens einen mittleren Schulabschluss.“

Viele Jugendliche stehen sich nach wie vor ein wenig selbst im Weg, weil sie auf ihren Traumberuf fixiert sind – den klassischen KFZ-Mechatroniker etwa. Öfter mal nach rechts und links schauen, rät Verbeet, es gibt chancenreiche Berufe mit ähnlichen Ausbildungsinhalten, die nicht so überlaufen sind. Ein Praktikum könnte die Vorbehalte der Jugendlichen ausräumen.

Manche Bewerber kommen erst jetzt auf den Markt, weil sie sich nicht entscheiden konnten: Lieber ein weiteres Jahr Schule oder doch schon die Ausbildung. „Viele entscheiden sich nach einem Beratungsgespräch für die Ausbildung, weil die Chancen in diesem Jahr gut sind“, sagt Verbeet.

Diese Branchen bilden noch aus

3718 Bewerber um eine Ausbildungsstelle haben sich von Oktober 2016 bis Mai 2017 in der Agentur für Arbeit gemeldet, ein Plus von 175 gegenüber dem Vorjahr. Doch die Wirtschaft bildet auch mehr aus, mit 2348 Lehrstellen gab es 158 mehr. „Unsere Vermittlungsarbeit läuft auf Hochtouren, um so viele Ausbildungsbetriebe und potenzielle Azubis wie möglich zusammenzubringen“, sagt Verbeet, es gibt viel zu tun.

Offene Ausbildungsstellen gibt es aktuell beispielsweise noch im Bereich Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Bäcker, Fachkraft Gastgewerbe, Fachkraft Lagerlogistik, Fachwirt Vertrieb im Einzelhandel, Kaufleute Büromanagement, Metallbauer, Rechtsanwaltsfachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Verkäufer und mehr. Es lohnt, sich umzusehen.

Weitere Informationen gibt die Agentur für Arbeit im Internet unter www.dasbringtmichweiter.de. Wer eine ausführliche persönliche Berufsberatung nutzen möchte, kann einen Termin vereinbaren: telefonisch unter der kostenlosen Hotline 0800 455 55 00 oder unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch.

Unternehmer können freie Ausbildungsstellen unter der Hotline 0800 455 55 20 melden (kostenlos), oder per Mail an Wesel.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

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