Verkehr

Bahn plante in Wesel teilweise mit alten Unterlagen

Auf knapp zehn Kilometern verläuft die Betuwe-Strecke auf Weseler Gebiet. Die Zeiten zwischen den einzelnen Güterzügen werden immer geringer. Foto:Lars Fröhlich

Auf knapp zehn Kilometern verläuft die Betuwe-Strecke auf Weseler Gebiet. Die Zeiten zwischen den einzelnen Güterzügen werden immer geringer. Foto:Lars Fröhlich

Wesel.   Deshalb gibt es eine erneute Offenlage der Pläne mit den geänderten Passagen. 37 Häuser sind unter anderem betroffen sowie die Straße Am Blaufuß.

Mehr als 2000 Einwendungen gab es vor fünf Jahren zum Planverfahren für den dreigleisigen Ausbau der Betuwe-Strecke. Damit setzten die Weselerinnen und Weseler ein deutliches Zeichen, das nun Folgen hat. Ab Ende Oktober (siehe Box) wird das 1. Deckblatt offengelegt, ein Verfahren, das dann zum Zuge kommt, wenn sich Änderungen ergeben, die erstmals oder stärker als bisher die Belange Betroffener berühren.

19 Ordner mit Unterlagen

19 Ordner umfassen die Unterlagen, in denen die Passagen magentafarben markiert sind, die mittlerweile geändert wurden. Es handelt sich um jede Menge Kleinigkeiten, wie Uwe Rosner von der Stadtverwaltung erläutert. Es sind Dinge, die sich nach dem ursprünglichen Plan nicht realisieren lassen.

So hat die Bahn an der Straße „Am Blaufuß“, die in Teilen parallel zur Bahnlinie verläuft, die Schallschutzwand auf der Fahrbahn geplant. Die Folge: Die Straße muss Richtung Osten verlegt werden, was wiederum private Grundstücke tangiert. Denn Norbert Terfurth von der Stadt sagt: „Wir brauchen die Straße in dieser Breite mit dem Gehweg.“

82 statt bislang nur elf Zugänge

Außerdem sind 37 Häuser dazugekommen, die passiven Lärmschutz erhalten müssen. Denn die Bahn habe alte Unterlagen verwendet, auf denen diese Gebäude noch nicht eingezeichnet waren, so die Stadt. Das gilt unter anderem für die neuen Häuser an der Frieden­straße, auf dem Gelände der ehemaligen Reitzensteinkaserne. „Da ist der Bahn einiges durchgegangen“, sagt Rosner und betont genauso wie Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und Gert Bork von der Bürgerinitiative „Betuwe - so nicht! - sondern besser!“, dass jetzt nur Bürgerinnen und Bürger aktiv werden können, die von den Änderungen betroffen sind. Alle anderen hätten dies vor fünf Jahren tun müssen, um Ansprüche gegenüber der Bahn geltend machen zu können.

Jeder muss schauen, ob sein Haus an der Bahn nun erfasst ist. Dabei wird bei Bedarf während der Offenlage durch Mitarbeiter der Stadt Hilfeleistung beim Auffinden der richtigen Passagen geleistet. Denn so mancher dürfte bei der Aktenflut schnell überfordert sein.

Erfolge gibt’s beim Sicherheits- und Rettungskonzept. Statt der bisher elf Zugänge sind nun 82 vorgesehen - Türen in der Lärmschutzwand, Treppen und Rampen. Thomas Verbeet, Leiter der Feuerwehr Wesel, berichtet zudem von zusätzlichen Löschbrunnen und in der Innenstadt von Zugängen, die Abstände von deutlich weniger als 200 Metern haben. Änderungen sind auch an den Eisenbahnüberführungen Holz-/Hessenweg sowie Straßenüberführungen, etwa an der Willy-Brandt-Straße, erfolgt.

>>>DIE TERMINE

Die Offenlage im so genannten Deckblattverfahren findet von Montag, 29. Oktober, bis Mittwoch, 28. November, im Weseler Rathaus, Klever-Tor-Platz 1, Raum 218 zu den üblichen Öffnungszeiten statt. Einwendungen sind bis zum 12. Dezember möglich.

  • Zum Start der Offenlage bietet die Deutsche Bahn AG eine Informationsveranstaltung an. Sie findet am Montag, 29. Oktober, 18 Uhr, in der Niederrheinhalle, An de Tent 1, statt, wie die Stadt bekanntgab. Ob ein Erörterungstermin folgt, ist bislang unbekannt.

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