Coronavirus

Bergneustadt: Klopapier-Einkauf endet im Polizeigewahrsam

Problem Hamsterkäufe: Klopapier ist aktuell derart begehrt, dass viele Supermärkte die Abgabe beschränkt haben.

Problem Hamsterkäufe: Klopapier ist aktuell derart begehrt, dass viele Supermärkte die Abgabe beschränkt haben.

Foto: Michael Korte / Funke Foto Services

Im Bergischen Land.  Polizisten nahmen eine Supermarkt-Kundin in Gewahrsam. Die Frau wollte nicht wahrhaben, dass sie nur ein Paket Klopapier kaufen sollte.

Klopapier bleibt in Zeiten von Coronavirus und Hamsterkäufen ein knappes Gut. In Bergneustadt (Oberbergischer Kreis) ist jetzt ein Einkaufsversuch eskaliert, wie die Polizei an diesem Donnerstag (26. März 2020) berichtete. Einsatzkräfte mussten eine 54-jährige Frau in Gewahrsam nehmen.

Die Frau aus Reichshof hatte Mittwochnachmittag im zentralen Rewe-Supermarkt mehrere Pakete WC-Rollen erwerben wollen, wurde aber an der Kasse belehrt, dass sie nur eines kaufen und die übrigen zurücklegen solle. Das allerdings wollte die Kundin nicht - partout nicht: Den Angaben zufolge setzte sich die 54-Jährige aufs Kassenband und behinderte so den den weiteren Verkauf.

Frau wurde zum Streifenwagen getragen

Eindringliche Worte und ein Platzverweis von herbeigerufenen Polizisten hätten keine Wirkung gezeigt, heißt es. Die Beamten hätten der Frau Handfesseln angelegt, woraufhin sich die 54-Jährige zu Boden warf und zu brüllen begann. Die Polizisten trugen die 54-Jährige zum Streifenwagen und brachten sie zur Wache ins Gewahrsam. Als sich die Dame beruhigt hatte, konnte sie nach Hause gehen - ohne ein Paket Klopapier. Der Supermarkt erteilte der Frau Hausverbot.

"An solche Einsätze hätte vor ein paar Wochen noch niemand gedacht", meinte eine Polizeisprecherin gegenüber der Redaktion. Für die Polizei in Oberberg war dies nicht der einzige "Klopapier-Einsatz": In Gummersbach hatten es die Beamten jüngst mit dem Einbruch in einen Toilettenwagen zu tun, bei dem es der oder die Diebe nur auf eines abgesehen hatten - 20 Rollen Klopapier.

Polizei Aachen: Keine "Wertgegenstände" im Auto lassen

Auch Polizeibehörden aus anderen Landesteilen können vereinzelt von solchen Einsätzen berichten. Die Beamten aus der Städteregion Aachen meldeten vor einigen Tagen, dass in Würselen ein Auto aufgebrochen und das im Wagen liegende Klopapier gestohlen wurde. Die Beamten verbanden die Meldung mit dem Hinweis, doch "bitte keine Wertgegenstände im Auto" liegen zu lassen.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Nachfrage nach Klopapier derzeit mehr als drei mal so hoch wie sonst (+211%). Mit Blick auf die Corona-Krise hatten die Statistiker für die 12. Kalenderwoche (16. bis 22. März) eine Sonderauswertung für bestimmte Produkte im Einzelhandel gemacht.

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