Bewährung für falschen Dr. phil.

Moers.   Er ließ sich mit einer gefälschten Urkunde der Universität Zürich als „Dr. phil.“ ins Moerser Melderegister und ins Grundbuch eintragen, machte sich durch eine gefälschte Urkunde der Technischen Universität Berlin zum „Dipl. Ing.“ und versuchte zwei Mal, sich mit gefälschten Unterlagen hohe Privatkredite zu erschleichen. Gegen seine Verurteilung zu zwei Jahren auf Bewährung durch das Amtsgericht Moers im November 2017 hatte der 45-Jährige Berufung eingelegt, zog diese aber am Montag vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve zurück.

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Er ließ sich mit einer gefälschten Urkunde der Universität Zürich als „Dr. phil.“ ins Moerser Melderegister und ins Grundbuch eintragen, machte sich durch eine gefälschte Urkunde der Technischen Universität Berlin zum „Dipl. Ing.“ und versuchte zwei Mal, sich mit gefälschten Unterlagen hohe Privatkredite zu erschleichen. Gegen seine Verurteilung zu zwei Jahren auf Bewährung durch das Amtsgericht Moers im November 2017 hatte der 45-Jährige Berufung eingelegt, zog diese aber am Montag vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Kleve zurück.

Gefälschte Einkommensnachweise

Dass das mit den beiden Kreditanträgen – immerhin auf jeweils 50 000 Euro – nicht geklappt hatte, war der Aufmerksamkeit der Banksachbearbeiter zu verdanken. In beiden Fällen hatte der 45-Jährige gemeinsam mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau gefälschte Einkommensnachweise vorgelegt, die ihm ein monatliches Nettoeinkommen von etwa 3700 Euro bescheinigten – rund 2500 mehr als er wirklich verdiente. Er fälschte für einen der Kreditanträge unter anderem Kontoauszüge der Sparkasse am Niederrhein.

Johannes Huismann, Vorsitzender Richter der Strafkammer, machte am Montagmorgen wirklich „kurzen Prozess“. Nach Verlesung des erstinstanzlichen Urteils erklärte er offen heraus, dass die Beweiswürdigung des Amtsgerichts durchaus nachvollziehbar sei und stellte an Verteidigung und Staatsanwaltschaft die Frage, ob beide Seiten wirklich auf ihren Berufungen bestehen würden; auch die Staatsanwaltschaft hatte nämlich gegen das Urteil des Amtsgerichts Berufung eingelegt.

Johannes Huismann fügte hinzu, dass der Tod der Ehefrau für den Angeklagten, der mittlerweile zum zweiten Mal verheiratet ist, ein schwerer Einschnitt gewesen sei und dieser sich seit den Taten vor über zwei Jahren nichts mehr habe zu Schulden kommen lassen.

Dieser Sicht der Dinge konnten sich sowohl Verteidigung als auch Anklage nicht verschließen, beide zogen die Berufungen zurück. Es blieb für den 45-Jährigen somit bei zwei Jahren auf Bewährung.

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