Kevelaerer Missbrauchsfall

Bistum Münster bestätigt: Drittes Opfer hat sich gemeldet

Der Kevelaerer Missbrauchsfall (Symbolfoto) zieht weitere Kreise. Das Bistum Münster arbeitet den Umgang mit dem damaligen Kaplan und späteren Priester auf.

Der Kevelaerer Missbrauchsfall (Symbolfoto) zieht weitere Kreise. Das Bistum Münster arbeitet den Umgang mit dem damaligen Kaplan und späteren Priester auf.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Am Niederrhein/Münsterland.  Dass der Priester den Missbrauch in Kevelaer mittlerweile bestreitet, beeindruckt das Bistum nicht. Der Mann habe die Tat 2010 eingeräumt.

Dem mittlerweile emeritierten Priester, der in seiner Kaplanszeit in den 1980er Jahren in Kevelaer ein Mädchen während der Beichte missbraucht haben soll, ist vom Münsteraner Bischof Felix Genn per Dekret jeder priesterliche Auftritt in der Öffentlichkeit untersagt worden. Dass der Mann den Missbrauch offenbar in aktuellen Äußerungen bestreitet, ändert die Lage aus Sicht des Bistums nicht. Das bestätigte ein Sprecher an diesem Freitag (6. Dezember 2019) auf Nachfrage der Redaktion.

Denn: Der Mann habe den Missbrauch seinerzeit persönlich eingeräumt. „Er hat es getan. Er hat es die Tat 2010 vor mir bekannt“, hatte Bischof Genn vor wenigen Tagen öffentlich auf einer Gemeindeversammlung im münsterländischen Wadersloh erklärt, wo der Priester zuletzt eingesetzt gewesen war. 2010 war der Priester emeritiert. Auf der Versammlung jetzt in Wadersloh hatte Genn auch deutlich betont: „Es wird alles aufgedeckt.“

„Besonders verwerfliche Form von geistlichem Missbrauch“

Nachdem der Kevelaerer Fall vor einigen Wochen öffentlich gemacht worden war und in der Folge eine weitere Frau von Missbrauch durch den damaligen Kaplan berichtet hatte, hat sich an diesem Mittwoch nun ein offenbar drittes Opfer gemeldet. Auch hier handelt es sich um eine Frau. Es soll in diesem Fall aber nicht um sexuellen, sondern „um eine besonders verwerfliche Form des geistlichen Missbrauchs“ gehen. Erfolgt sei dieser nicht in Wadersloh. In Absprache mit der Betroffenen mache man keine näheren Angaben, heißt es beim Bistum.

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