Neue NRW-Zahlen

Borkenkäfer: Schon 12 Millionen Kubikmeter Schadholz in 2020

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Absterbende Fichten in einem Wald (Symbolfoto): Borkenkäfer setzen den Nadelbäumen in NRW jetzt auch in höheren Lagen massiv zu.

Absterbende Fichten in einem Wald (Symbolfoto): Borkenkäfer setzen den Nadelbäumen in NRW jetzt auch in höheren Lagen massiv zu.

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

An Rhein und Ruhr.  „Wir erleben gerade Waldschäden in nie da gewesenem Ausmaß“, sagt NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser.

Die Borkenkäferplage setzt den Dürre und Sturm geplagten Wäldern in Nordrhein-Westfalen weiter zu. An diesem Freitag (2. Oktober 2020) veröffentliche das Umweltministerium in Düsseldorf neue Zahlen zum Schadholz. „Wir erleben gerade Waldschäden in nie da gewesenem Ausmaß“, klagte Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

Allein in den Fichtenwäldern sind in NRW den Angaben zufolge in diesem Jahr schon 12 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen. Die Krise dauert allerdings schon im dritten Jahr an. Rechnet man die Mengen aus den Jahren 2018 und 2019 hinzu, so ergibt sich mittlerweile bei der wirtschaftlich besonders bedeutsamen Fichte eine Gesamtmenge von enormen 30,7 Mio Kubikmetern Schadholz - Tendenz weiter steigend.

Auch 870.000 Kubikmeter Buche geschlagen

Von der Dürre betroffen sind allerdings auch Laubwälder. Für die Buche meldet der Landesbetrieb Wald und Holz mittlerweile auch 870.000 Kubikmeter Schadholz. Waldbesitzer und Sägewerke tun sich schwer, dass viele Holz auf den Markt zu bringen, die Preise sind im keller. Große Menge Fichte gehen mittlerweile nach China - „zu grenzwertigen Preisen“, wie es heißt. Vertreter von Wald und Holz hatten kürzlich deutlich gemacht, dass der Landesbetrieb auf Jahre hinaus keinen Gewinn mehr machen werde.

Auffällig ist in diesem Jahr, dass die Fichtenschäden verstärkt auch die Höhenlagen des Sauer- und Siegerlandes erfassen. Bestände in tieferen Lagen sind bereits dahingerafft worden. An diesem Freitag trat erneut die Task Force „Käfer“ zusammen, in der sich das Ministerium mit Forstleuten, Waldbesitzern und Vertretern der Sägeindustrie berät.

Weitere Hilfen für Waldbesitzer

Das Ministerium macht auch mehrere Maßnahmen aufmerksam, mit denen man Waldbesitzern helfen wolle. So sei etwa der Höchstbetrag der Extremwetter-Förderung von 30.000 auf jetzt 50.000 Euro je Antragsteller und Jahr heraufgesetzt worden. Indirekte Förderangebote seien bis zum Ende des Jahres 2021 verlängert worden. Zudem habe man sich auf der Forstchef-Konferenz von Bund und Ländern unter anderem für Steuererleichterungen für Waldbesitzer eingesetzt.

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