Prozessauftakt

Brandstifter sorgt für 200.000 Euro Schaden in zwei Fällen

Das Landgericht Duisburg an der Königstraße.

Foto: Jörg Schimmel

Das Landgericht Duisburg an der Königstraße. Foto: Jörg Schimmel

Oberhausen.   Vor dem Landgericht steht ein 25-Jähriger, der in Oberhausen für zwei Brände verantwortlich ist. Das hat er beim Prozessauftakt zugegeben.

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Das Gebäude der Friedhofsmeisterei des Oberhausener Westfriedhofs an der Emscherstraße bot am 4. Oktober 2017 ein Bild der Verwüstung: Ein hölzerner Anbau war nicht mehr als solcher zu erkennen, Büros und Dachkonstruktionen waren durch Feuer und Löscharbeiten unbenutzbar – ein Schaden von 100.000 Euro. Schnell war klar, dass der Brand absichtlich gelegt wurde.

Ein 25-jähriger Duisburger steht dafür seit Montag, 16. April, vor dem Landgericht Duisburg. Nur 13 Tage nach dem Brand an der Emscherstraße soll er auch an einem Einfamilienhaus in der Grafenbuschsiedlung gezündelt haben.

Zur Tatzeit auf der Straße gelebt

Nach anfänglichem Zögern legte der Angeklagte ein Geständnis ab: Er habe zur Tatzeit mehr oder weniger auf der Straße gelebt, seit seiner frühen Jugend habe er Alkohol und Drogen konsumiert. „Ich bin zwischen Heimen, Pflegeeltern und Jugendhaftanstalten gependelt.“ Am Tatabend wollte er auf dem Gelände der Friedhofsmeisterei „Beute machen“. Doch außer zwei leeren Pfandflaschen fand er nichts.

„Ich habe solchen Frust gehabt, dass ich einen Papierkorb geleert und den Abfall mit meinem Feuerzeug auf einem Stapel trockener Bretter angezündet habe.“ Das Feuer breitete sich von dort über das Dach des Anbaus auf weite Teile des Gebäudes aus.

Angeklagter: Brand versehentlich verursacht

Den Brand im Einfamilienhaus in der Grafenbuschsiedlung in der Nacht zum 16. Oktober 2017 will der Angeklagte dagegen versehentlich verursacht haben. „Ich hatte da zwei Tage vorher ein Fahrrad geklaut und wollte wieder eines haben.“

Doch der Schuppen sei inzwischen gut gesichert gewesen. „Ich habe ein Sitzkissen angezündet, damit ich sehen konnte, ob es da sonst noch was gab.“ Dann habe er das Kissen in eine Kiste gelegt, es aber, als Qualm zu sehen war, wieder herausgenommen und in ein Gebüsch geworfen.

Doch der Brand hatte den Inhalt der Kiste erfasst, griff auf das Terrassendach über und verrußte danach das Haus – 100.000 Euro Schaden. Nächster Prozesstag ist der 8. Mai.

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