Corona-Zwangspause

Brief an Kanzlerin Merkel: Zoos werben für Wiedereröffnung

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Krefelds Zoosprecherin Petra Schwinn und Adam Mathea hoffen auf eine baldige Rückkehr der Besucher. Mit einer Besucherzählung und einem Leitsystem stehe der Tierpark "in den Startlöchern für eine Wiedereröffnung".

Krefelds Zoosprecherin Petra Schwinn und Adam Mathea hoffen auf eine baldige Rückkehr der Besucher. Mit einer Besucherzählung und einem Leitsystem stehe der Tierpark "in den Startlöchern für eine Wiedereröffnung".

Foto: Zoo Krefeld

An Rhein und Ruhr.  Die Verbandschefs empfehlen Zoos als "sichere Ausflugsziele" für Familien im Lockdown-Stress und verweisen auf "erprobte Hygienekonzepte".

In Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und dem Saarland sind Tiergärten offen, in Nordrhein-Westfalen und den anderen Bundesländer nicht: In einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder werben mehrere Zooverbände nun dafür, Tiergärten ab März wieder bundesweit aus der Corona-Zwangspause zu entlassen.

"Die stufenweise Öffnung der Außengelände und Tierhäuser sowie die Aussteuerung von Kapazitäten lassen sich jederzeit ans Infektionsgeschehen anpassen“, ist Jörg Inhold, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ), überzeugt. In dem Schreiben wirbt Inhold mit Gert Emmrich von der Deutschen Tierpark-Gesellschaft und Eckhard Wiesenthal vom Deutschen Wildgehege-Verband für eine Wiedereröffnung.

Beispiel Duisburg: 50.000 Futterkosten pro Monat

"Im Lockdown-Stress fehlen nach Monaten zu Hause dringend geschützte Räume für sichere Ausflüge erst recht bei dem verlockenden Wetter", meinte Inhold, selbst Zoodirektor in Leipzig. Mit erprobten Hygienekonzepten könnten Tierparks als ebensolche sicheren Ziele dienen. Der VdZ vereint wissenschaftlich geführte Zoos, in Nordrhein-Westfalen gehören zwölf Einrichtungen dazu.

Die Einnahmeverluste in der Lockdown-Zeit haben die Tierparks vor große finanzielle Probleme gestellt. Im Duisburger Zoo etwa ist von allein 50.000 Euro Futterkosten pro Monat die Rede. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 hatte das Land NRW 38 Tierparks mit insgesamt 5,673 Millionen Euro unterstützt. Im zweiten Lockdown ab November hatte der Bund eine Förderung zugesagt.

NRW-Ministerin schreibt an Peter Altmaier

Allerdings hatten die Hilfen die Tierparks zum Teil nach Monaten noch nicht erreicht. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Essen (CDU) hatte deshalb Mitte Februar Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angeschrieben und auf eine rasche Auszahlung der Gelder gedrängt. "Um ein flächendeckendes Schließen der Zoos zu verhindern, ist es unverzichtbar, dass der Bund den Zoos eine schnelle und unkomplizierte finanzielle Hilfe gewährt", mahnte Heinen-Esser.

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