Center Parcs steht unter Beschuss

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DEMO. Aufmarsch von Putzfrauen und Politikern vor der Ferienanlage in Gennep. Unterschiedliche Meinungen in der Belegschaft.

GENNEP. Der Center Parcs Het Heijderbos in Gennep kommt nicht zur Ruhe. "Schade Menke, alles ist vorbei", skandierten gestern lautstark und emotional die Putzfrauen der Freizeitanlage, für einen gerechten Lohn. Die Mitarbeiterinnen der deutschen Firma Menke beschweren sich über nicht gezahlten Lohn, fehlendes Urlaubsgeld und versäumte Zuschläge (wir berichteten).

Gestern holten sich die Putzfrauen, 30 aus dem Kreis Kleve, politischen Beistand. Die Landesvorsitzende der größten niederländischen Gewerkschaft FNV, Agnes Jongerius, unterstützte die Aktion der gut 100 Demonstranten: "Center Parcs ist ein 'State of sadness'", sagte Jongerius in Anspielung auf den Werbespruch Center Parcs': "State of happyness". Auch drei Parlamentspolitiker aus Den Haag waren gestern Mittag in Gennep. Die deutsche Abgeordnete Ulla Lötzer (Die Linke) kündigte an, das Thema in den Deutschen Bundestag einzubringen. Auch Bodo Wißen (SPD) wird NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann auf die Querelen in Gennep aufmerksam machen. Der niederländische Arbeitsminister Piet Hein Donner lässt den Fall Menke bereits untersuchen. Seit Monaten demonstrieren die Putzfrauen und klagen über psychischen Druck von der Menke-Leitung, ungerechtfertigte Entlassungen und der Nicht-Einhaltung des Tarifvertrages.

Allerdings sind die Reinigungskräfte nicht geschlossen einer Meinung. Dieter Ludwig aus Kleve leitet die Frühschicht im Center Parcs. Er ärgert sich über die Demonstranten: "90 Prozent der Löhne werden korrekt ausgezahlt. Hier gibt es 20 Putzfrauen die Stress machen. Der überwiegende Teil der Belegschaft ist zufrieden mit der Arbeit." Ludwig, der nach niederländischen Tarif bezahlt wird, bekommt 9,70 Euro die Stunde. Mitarbeiter, die nach deutschem Tarif bezahlt werden, erhalten 9,21 Euro. "Es hat anfangs Probleme mit Menke gegeben, das ist richtig. Aber die werden abgestellt. Wir wollen jetzt hier Ruhe haben. Wir haben die Schnauze voll von diesen Demonstrationen", so Ludwig. Ein Gespräch zwischen den Parteien scheint sich noch nicht anzubahnen.

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