Corona-Überblick

Kreis Viersen: Corona-Ausbrüche in zwei Pflegeheimen

Virologe Dittmer: Schweden ist den falschen Weg gegangen

Virologe Dittmer beantwortet Fragen zur aktuellen Lage. Unter anderem geht es um Antigen-Tests vor Weihnachten, Übersterblichkeit und Schweden.

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Am Niederrhein.  105 neue Corona-Fälle meldet das RKI am Freitag für den Kreis Viersen. Die Inzidenz ist auf 149,9 gestiegen. Der Corona-Überblick.

Wie angespannt ist die Corona-Situation im Kreis Viersen? In dieser Übersicht finden Sie die wichtigsten Nachrichten. Den Corona-Newsblog für NRW lesen Sie hier, den Ticker für Deutschland hier. Das Wichtigste für den Kreis in Kürze zusammengefasst:

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Viersen liegt seit Wochen über 100.
  • Sein Impfzentrum will der Kreis im ehemaligen Krankenhaus in Dülken errichten.
  • Seit dem 1. Dezember gilt in NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Das sind die Details.

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Viersen liegt am F dem Robert-Koch-Institut zufolge bei 149,9 (Vortag: 134,2 ). Bis 0 Uhr wurden 105 neue Fälle übermittelt. Seit Beginn der Pandemie wurden 3771 Infektionen gemeldet. Nach Angaben des RKI sind bisher 52 Menschen im Zusammenhang mit der Pandemie verstorben.

Coronavirus im Kreis Viersen: Die Lage am 04. Dezember (auf Grundlage des RKI)

  • 7-Tage-Inzidenz: 149,9
  • Neuinfektionen: 105
  • Infektionen insgesamt: 3771
  • Todesfälle insgesamt: 52

Das Robert Koch-Institut aktualisiert seine Übersicht zu den Corona-Zahlen jeden Tag um 0 Uhr. Auch die Kreisverwaltung veröffentlicht die aktuellen Zahlen in einer täglich aktualisierten Übersicht, in der Regel um die Mittagszeit. Die Werte des RKI und der Verwaltung können durch den zeitlichen Unterschied voneinander abweichen.

Da die Daten des RKI maßgeblich für weitere Beschränkungen und Maßnahmen im Kreis Viersen sind, aktualisieren wir diese Übersicht mit den RKI-Werten. Auch bei der Gesamtzahl der gemeldeten Fälle unterscheiden sich die beiden Statistiken. Die tägliche Übersicht des Kreises finden sie hier.

Zum Teil sehr große Unterschiede bei den Daten gibt es zudem immer wieder bei der Zahl der Genesenen und der aktuell am Virus erkrankten Menschen, die jeweils auf Schätzungen beruhen. Deswegen haben wir an dieser Stelle entschieden, auf die Darstellung dieser Zahl zu verzichten.

Corona-Ausbrüche im Paulusstift und Lazarus-Haus

Corona-Ausbrüche in zwei Heimen beschäftigen das Gesundheitsamt des Kreises Viersen derzeit sehr. Im Paulusstift in Viersen gibt es mittlerweile 30 bestätigte Infektionen – betroffen sind 23 Bewohner und sieben Mitarbeiter, berichtete die Kreisverwaltung an diesem Freitag (4. Dezember 2020). Im Lazarus-Haus in Kempen sind 20 Bewohner und 15 Mitarbeiter nachweislich infiziert. Und die Zahlen könnten sich noch weiter erhöhen: Am Paulusstift fuhr das Screening-Mobil des Kreises vor, nahm von allen Bewohnern und Mitarbeitern Abstriche. Im Lazarus-Haus wurde die gesamte Einrichtung vom Hausarzt getestet. In beiden Fällen liegen noch nicht alle Ergebnisse vor. Einzelne Infektionen gibt es auch in weiteren Einrichtungen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion erhöhte sich im Kreisgebiet derweil auf 52. Eine 77-jährige Frau aus Viersen sei gestorben, teilte der Kreis an diesem Freitag mit. Kreisweit gelten aktuell 663 Bürger als infiziert, 1448 Kontaktpersonen befinden sich vorsorglich in Quarantäne. 43 Corona-Patienten werden stationär in einem der sechs Krankenhäuser im Kreisgebiet behandelt; zehn befinden sich auf Intensivstationen, fünf von ihnen werden beatmet.

Kreis Viersen hat ein Impfzentrum in Dülken gefunden

Bereits in der vergangenen Woche ist im Kreis Viersen die Entscheidung für ein Impfzentrum gefallen: Das ehemalige Dülkener Krankenhaus an der Heesstraße wird Corona-Impfzentrum für den Kreis Viersen. Dort sind bereits die Arbeiten angelaufen. Aktuell bekommen die Wände einen neuen Anstrich, kleinere Reparaturen stehen an. Ab der kommenden Woche sollen die Räume eingerichtet werden. Landrat Andreas Coenen dankte dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) als Gebäudeeigentümer für die Unterstützung: . "Es ist schön zu sehen, wie ein Rad ins andere greift“, sagte Coenen.

Die Planung für das Impfzentrum wurde noch einmal angepasst. Nun soll es sechs statt der zunächst geplanten vier Impfstraßen geben. Je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes sollen dann 1000 Bürger pro Tag immunisiert werden können. Bisher war von „700 bis 1000 Personen täglich“ die Rede gewesen.

Bis Weihnachten soll das Impfzentrum den Angaben zufolge betriebsbereit sein. Ziel ist es, sofort loslegen zu können, wenn der Impfstoff bereit steht. Die Kreisverwaltung beabsichtigt, das Zentrum an allen sieben Wochentagen acht Stunden zu öffnen.

„Die nur kurze Zeit haltbaren Impfstoffe wird das Land, fertig aufbereitet, mehrmals täglich bis nach Dülken liefern“, erklärte Krisenstabsleiter Thomas Heil. Landrat Coenen sieht den zeitnahen Aufbau des Impfzentrums in Corona-Zeiten als „enorme logistische Herausforderung“.

Das Impfzentrum im Kreis Viersen soll bis Weihnachten stehen

Entstehen soll das Impfzentrum im Erdgeschoss des ehemaligen Krankenhauses, das derzeit leer steht. Die Kreisverwaltung will dort ein Einbahnstraßensystem einrichten. Im Bereich des alten Haupteinganges sollen sich Besucher registrieren lassen. Den Plänen zufolge wird es einen Wartebereich für 30 Personen geben, ebenso einen Ruhebereich. In vier Zimmer impfen Ärzte gleichzeitig; in einem anderen Zimmer findet zuvor die medizinische Aufklärung statt. Für etwaige Notfälle soll in einem der OP-Säle eine Erste-Hilfe-Station eingerichtet werden.

Sehr froh ist man bei der Kreisverwaltung auf die Infrastruktur und die Unterstützung des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) zurückgreifen zu können, dass noch andere Gebäudeteile nutzt. Betrieben werden soll das Impfzentrum so lange, bis die Impfstoffe in ausreichender Zahl über die Hausärzte verabreicht werden können. Das ehemalige Krankenhaus in Dülken ist für Besucher gut erreichbar: 70 Parkplätze stehen bereit, eine Bushaltestelle ist ganz in der Nähe.

Maskenpflicht im Kreis Viersen: Hier gilt sie in den Kommunen

Der Kreis Viersen hatte beide Gefährdungsstufen mit den Schwellenwerten 35 und 50 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen nur weniger Tage erreicht. Nach Erreichen der Stufe 1 hatte der Kreis bereits am 24. Oktober eine Maskenpflicht in sieben Kommunen für bestimmte Bereiche angeordnet.

  • Brüggen: freitags 14 Uhr bis sonntags 19 Uhr, Borner Straße Hausnummer 1-13 sowie 4 -14, Klosterstraße Hausnummer 14-78 sowie 15-81, Bruchstraße 1-9 sowie 2-10
  • Kempen: keine zeitliche Einschränkung, Altstadt Kempens innerhalb des Innenstadt-Rings: Thomasstraße, Burgwall, Möhlenwall, Tiefstraße, Kuhstraße, Burgstraße, Spülwall, Wambrechiestraße, Orsaystraße, Judenstraße, Hessenwall, Donkwall, Engerstraße, Neustraße, Rabenstraße, Klosterstraße, Studentenacker, Ellenstraße, Umstraße, Buttermarkt, Moosgasse, Schulstraße, Acker, Heilig-Geist-Straße, Franziskanerstraße, Kirchgasse, Kirchstraße, An Sankt Marien, Am Propsteigarten, Patersgasse, Alte Schulstraße, Oelstraße, Postgasse, Heinrich-Reck-Gasse, Peterstraße, Arnold-Janssen-Straße, Viehmarkt, Bockengasse sowie auf den Parkplätzen P1 – P5, P8 – P10, P12 – P15, P17;
  • Nettetal: montags bis samstags von 7 bis 22 Uhr, Ludbach-Passage Lobberich
  • Niederkrüchten und Schwalmtal: freitags bis sonntags sowie an Feiertagen in der Zeit von 10 bis 19 Uhr für alle öffentlichen Wege und Plätze im Uferbereich des Hariksees - Gützenrather Bruch - Mühlrather Hof - Parkplatz an der Mühlrather Mühle - Am Wildpfad - Parkplatz Harikseestraße – Harikseeweg
  • Tönisvorst: keine zeitliche Einschränkung, St.Tönis: Hochstraße – Rathausplatz – Wirichs-Jätzke; Vorst: Markt;
  • Viersen: ohne zeitliche Einschränkung, Hauptstraße von der Dülkener Straße bis zur Heierstraße - Bahnhofstraße von der Hauptstraße bis zum Casinogarten - Rathausgasse.
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