Corona

Neue Corona-Regeln: Das müssen Niederlande-Urlauber wissen

Coronavirus: Wie sich Menschen am häufigsten anstecken

Corona hat einen großen Einfluss auf das Leben. Das Wissen über die häufigsten Übertragungswege kann uns den Alltag erleichtern und schützen.

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Aus den Niederlanden.  Die Coronainfektionen in den Niederlanden steigen weiterhin stark an – ab Samstag gilt das gesamte Land als Risikogebiet. Infos für Urlauber.

  • Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung alle niederländischen Provinzen zum Risikogebiet erklärt.
  • Für die Provinz Zeeland gilt diese Einstufung ab Samstag (17. Oktober).
  • Das NRW-Gesundheitsministerium wies darauf hin, dass Einreisende aus Risikogebieten sich grundsätzlich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen.
  • Die niederländische Regierung hat angekündigt, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie weiter verschärft werden könnten.

In Nordrhein-Westfalen sind am Montag die Herbstferien gestartet – und viele Menschen haben einen Urlaub in den Niederlanden geplant. Doch nachdem der Sommerurlaub in den Niederlanden trotz Corona noch möglich war, spitzt sich die Lage in Holland immer drastischer zu. Die Regierung hat die Regelungen in unserem Nachbarland deshalb wieder verschärft.

Zudem steigt die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stark an – nicht mehr nur in Amsterdam , Rotterdam oder Den Haag , sondern in weiten Teilen des Landes. Das hat Folgen: Das Auswärtige Amt hat mittlerweile beinahe für die gesamte Niederlande eine Reisewarnung ausgesprochen. Zuvor war die Corona-Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) entsprechend aktualisiert worden. Auch die Provinz Zeeland gilt ab Samstag als Risikogebiet – ab dann gilt auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Diese niederländischen Regionen sind aktuell Risikogebiete:

  • Groningen
  • Friesland
  • Drente
  • Overijssel
  • Gelderland
  • Utrecht
  • Nordholland
  • Südholland
  • Nordbrabant
  • Flevoland
  • Limburg
  • Zeeland (ab 17.10)

Welche Corona-Regeln hat die Niederlande verschärft?

Am 13. Oktober haben die Niederlande ihre Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte einen „Teil-Lockdown“ an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht an für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung.

Grenze: Ist eine Einreise in die Niederlande noch möglich?

Zwar bleibt die Grenze offen und damit eine Einreise möglich, wie ein Sprecher der Bundespolizei Kleve bestätigt. Doch müssten sich Reisende weiterhin auf stichprobenartige Kontrollen einstellen, bei denen Rückkehrer aus den Niederlanden gefragt würden, wo sie sich aufgehalten haben.

Einreisende aus den beiden Risikogebieten werden dann darauf verwiesen, dass sie verpflichtet sind, sich bei den Gesundheitsbehörden der Kreise und Städt zu melden. Die Reiserückkehrer müssen sich dann bis zur Vorlage eines negativen Corona-Tests 14 Tage in häusliche Pflichtquarantäne begeben – es sei denn, dieser liegt bereits vor. Der darf aber höchstens 48 Stunden vor der Einreise gemacht worden sein.

„Nordrhein-Westfalen und die Niederlande haben die gemeinsame Grenze in der Corona-Pandemie immer offengehalten“, so ein Sprecher des Landesregierung. „Durch enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Nachbarn konnten Lieferketten aufrechterhalten, Versorgungsströme sichergestellt und Grenzpendlern die Wege zur Arbeit ermöglicht werden.“

Wer überprüft die Corona-Pflichtquarantäne?

„Wir haben schon Anrufe von Reisenden bekommen, die gerade in Amsterdam oder Nordholland sind und nach dem Ablauf gefragt haben“, so der Polizei-Sprecher. Für die Überprüfung der Quarantäneregeln sei die Bundespolizei aber nicht zuständig. Es gilt also Eigenverantwortung.

Bei öffentlichen Verkehrsmitteln sieht das etwas anders aus: „Stand heute müssen Reisende vor der direkten Einreise aus einem Risikogebiet mit dem Flugzeug, Schiff, Zug oder Bus sogenannte Aussteigekarten ausfüllen“, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf. „Auf diesen Karten werden auch Angaben zu Symptomen und zu einem vorhandenen Testergebnis gemacht. Die Aussteigekarten werden eingesammelt und an die Gesundheitsbehörden am Wohnort beziehungsweise Zielort der Reisenden in Deutschland weitergegeben“, so die Sprecherin weiter.

Lassen sich Buchungen für die Niederlande einfach stornieren?

Oft wird eine Reisewarnung als Grund anerkannt. Aber: „Anders als oft dargestellt, gibt es keinen Automatismus zwischen einer Reisewarnung und dem Recht, kostenfrei von einem Pauschalreisevertrag zurückzutreten“, sagt Beate Wagner, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale NRW. Es komme letztlich auf den Einzelfall an, müssen doch „unvermeidbare, ungewöhnliche Umstände“ vorliegen. Etwa, wenn eine Reise aufgrund von Einschränkungen vor Ort gar nicht oder zu erheblichen Teilen nicht wie vereinbart durchgeführt werden kann.

Wer wiederum individuell gebuchte Unterkünfte wegen Grenzbeschränkungen nicht nutzen kann, muss nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch nicht dafür bezahlen. Viel spreche dafür, dass dies auch gilt, wenn die Unterkunft nicht erreichbar ist oder nicht touristisch genutzt werden soll. Doch gibt es in den Niederlanden derzeit kein Tourismus-Verbot, und auch die Grenze ist offen.

Zudem: Grundlage hierfür ist deutsches Recht. Anderes kann laut Verbraucherzentrale gelten, wenn eine Unterkunft direkt beim Eigentümer im Ausland gebucht wurde. Einige Ferienparks in den Niederlanden stellen nur Gutscheine statt Rückzahlung zur Verfügung. Da hilft nur: genau auf den Buchungsvertrag schauen und im Zweifel Kontakt mit den Betreibern aufzunehmen.

Wie unterschiedlich ist das Risiko in den Gebieten?

Bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen werden Teile eines Landes vom Robert Koch Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft. Zunächst schossen in Rotterdam, Amsterdam und Den Haag die Neuinfektionen in die Höhe. Die Metropolen gaben in Nordholland wohl den Ausschlag, dass die gesamte Region als Risikogebiet eingestuft wurde.

Mittlerweile hat die gesamte Niederlande diesen Wert deutlich überschritten, am Dienstag (13. Oktober) gab es in den vergangenen sieben Tagen 238,1 Fälle pro 100.000 Einwohner in den Niederlanden. Auch Zeeland lag mit einem Wert von 86,3 deutlich drüber – in der beliebten Küstenprovinz gibt es aber in absoluten Zahlen die wenigsten Fälle. Dennoch wird sie zum Risikogebiet.

Wie sehr trifft die Corona-Krise den Tourismus in Holland?

„Die in verschiedenen Ländern getroffenen Maßnahmen und Reisebeschränkungen haben enorme Auswirkungen auf den Tourismussektor, auch in den Niederlanden“, erklärt Natalie Poloczek vom niederländischen Tourismusvermarkter NBTC. Im Vergleich zu 2019 erwarte man bereits jetzt 70 Prozent weniger Touristen aus dem Ausland. „Darüber hinaus verbringen auch die Niederländer im Vergleich zum Vorjahr weniger Zeit im Urlaub im eigenen Land“, so Poloczek.

Die Provinz Zeeland treffen die Maßnahmen hart. „Das ist eine Katastrophe“, erklärt Sonja van der Voet vom Fremdenverkehrsamt in Zeeland. Aktuell seien auffallend mehr Niederländer vor Ort, die Zahl der deutschen Touristen sei bereits vor den verschärften Maßnahmen deutlich zurückgegangen.

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