Wassersport

Das sind die Superyachten der Messe Boot in Düsseldorf

Überblick über die Halle 6 der „Boot“: Hier tummeln sich die Superyachten.

Überblick über die Halle 6 der „Boot“: Hier tummeln sich die Superyachten.

Foto: Simon Gerich / NRZ

Düsseldorf.  Auf der „Boot“ stehen in Halle 6 die Superyachten. Die Aussteller haben sich eine exklusive Fläche geschaffen, zu der nicht jeder Zutritt hat.

Von der Y85 zur Ultra Light 195 ist es nicht weit – zumindest auf der Messe „Boot“ in Düsseldorf. Wenige hundert Meter sind es nur von Halle 6 nach Halle 9. Fernab der großen Messehallen liegen zwischen den zwei Booten aber Welten.

Auf der einen Seite das Ultra Light 195: ein Schlauchboot, keine zwei Meter lang und rund 20 Kilo schwer. Auf der Messe zum Sonderpreis von 949 Euro zu haben, wie ein Aufsteller verrät. Auf der anderen Seite die Y85: eine Superyacht, gebaut von einer britischen Nobel-Werft, mehr als 26 Meter lang und bis zu 33 Knoten schnell. Hier gibt es den Preis aber nicht auf einem kleinen Schild. Erst die Webseite des Herstellers gibt Aufschluss: 5,6 Millionen Euro soll das Luxusboot laut Herstellerangaben kosten – ohne Mehrwertsteuer.

Messe „Boot“ in Düsseldorf: Wassersport in allen Facetten

Die „Boot“, nach eigenen Angaben die weltgrößte Wassersportmesse, ist voll von diesen Gegensätzen. Denn auf der 230.000 Quadratmeter großen Veranstaltungsfläche tummelt sich alles, was irgendwie mit Wasser und Sport zu tun hat, von Booten in allen Größen, Formen und Preisklassen über Angelköder und Tauchreisen bis hin zu Trendsportarten wie Stand Up Paddling und Wakeskaten. Beim Bummel durch die Hallen kommt so schnell der Eindruck auf, dass auf der „Boot“ selbst die hartnäckigste Landratte irgendwann der Seefahrer-Romantik verfällt.

Doch bei aller Vielfältigkeit im Messeangebot sind es doch immer wieder die Luxusyachten, die das Aufsehen der Medien und der meisten Besucher erregen. Und so sind es vor allem leuchtende Augen und offene Münder, die man zwischen den großen Yachten in Halle 6 sieht. „Das ist schon beeindruckend und ziemlich abgefahren“, sagt ein junger Mann, der mit seinem Vater eigentlich für Tauchausrüstung gekommen ist, sich einen Abstecher in die Luxuswelt aber nicht verkneifen konnte. „Sich sowas leisten zu können, ist definitiv ein Traum.“

Kein Zutritt ohne VIP-Band

Ein Traum, den sicher viele haben, sich aber nur wenige erfüllen können. Und selbst hier in Halle 6 sind die meisten der exklusiven Boote für viele Besucher weit weg. Denn bei den Ausstellern gilt: Von außen gucken ist okay, an Bord kommen eher nicht. Darum kümmern sich die Aussteller penibel genau, mit eigenem Empfang, Anmeldelisten und VIP-Bändern. Und wer es doch am Einlass vorbei bis ganz nah ans Boot schafft, der muss in vielen Fällen seine Schuhe ausziehen oder Überzieher anziehen. Einfach so an Deck zu hüpfen ist ausgeschlossen.

Nicht weit entfernt vom exklusiven Kreis der Nobel-Werften und Superyachten stellt die Halle 7 eine Art Ruheinsel im hektischen Messetreiben dar. „Maritime Kunst“ wird hier präsentiert – auch das ist nämlich die „Boot“. Den goldenen Sandstrand und den rot-leuchtenden Leuchtturm für die heimische Wohnzimmerwand gibt es hier für die großen, aber auch die kleinen Geldbeutel – ganz entspannt und bodenständig, ohne Einlassband und VIP-Anmeldung.

Viel los in den Gängen der Hallen 9 bis 12

Das Gewusel ist aber auch hier nicht weit. Denn zwischen Halle 9 und 12 sind mit „Ausrüstung“ und „Tauchen“ die zwei Themenbereiche, die die meisten Besucher anziehen. Denn wer ein Boot kauft, der braucht auch Zubehör und Ausstattung – natürlich alles im maritimen Stil: Bettwäsche mit kleinen Steuerrad-Motiven, Bodenbelag mit Wellenmuster und ganz viel Deko-Artikel. Aber auch der Grundbedarf eines jeden Kapitäns wird gedeckt: Kompass und Fernglas und natürlich auch die obligatorische Rettungsweste.

„Wenn man ein Auto kauft, ist oft alles mit drin – Radio, Klimaanlage – bei Booten ist das etwas anders“, sagt etwa John Cramer. In Halle 9 verkauft er für einen italienischen Bootsbauer die „ZF0“, ein sogenannter Tender. Das kleine, drei Meter lange Boot ist als Beiboot für größere Yachten gedacht – zum Kurztrip in den Hafen oder an die Küste, wie der Verkäufer erklärt. Bis zu drei Leute passen in das schwarze Boot, das von einem 30 PS-Außenmotor angetrieben werden kann. Auf der Messe ist es für 27.000 Euro zu bekommen. Es sind die sprichwörtlichen „Peanuts“, wenn man sich zuvor in Halle 6 eine der Luxusyachten im mittleren einstelligen Millionenbereich zugelegt hat.

Aber selbst wenn man nicht das nötige Kleingeld für eine der Superyachten übrig hat, ist die Halle 6 ein Besuch wert. Es ist ein Blick in eine andere Welt. Wie so vieles auf dieser Messe.

>>> Infos zum „Boot“-Besuch

Die Messe „Boot“ läuft noch bis zum kommenden Sonntag, 26. Januar. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet für Erwachsene an der Tageskasse 25 Euro, online vorab 19 Euro. Ermäßigt 12/11 Euro.

Zur Messe-Halbzeit haben schon 125.000 Menschen die „Boot“ besucht, teilen die Veranstalter mit.

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