Sicherheit

Der Deichverband Poll will den Deich bei Wallach sanieren

Foto: picture alliance / ZB/euroluftbi

Rheinberg.   Bevor das Wasser bis zum Hals steht: Für Deichgräf Erich Weisser geht die Sicherheit vor – auch wenn Anwohner wegen der Sanierung skeptisch sind.

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Die geplante Deichsanierung in Wallach bewegt die Gemüter der Anwohner schon lange. In einer nicht öffentlichen Anhörung kamen Betroffene mit Vertretern des Deichverbandes und der Politik zusammen.

Auf 4,5 Kilometer Länge soll die Deichanlage angehoben werden. „Technisch wird der Deich auf den neuesten Stand gebracht“, sagt Erich Weisser, Deichgräf in Wallach. „Schon 2009 gab es Verhandlungen mit Planungsbüros, wie die Sanierung theoretisch aussehen könnte.“ Nun soll es an die Praxis gehen.

Geringer Flurschaden

Dass durch den Deichverlauf, der jetzt vorgesehen ist, Grundstücke weichen müssen, bedauert Weisser. „Es ist aber der Weg, durch den der geringste Flurschaden entsteht.“ Außerdem sei man bestrebt, den Eigentümern an anderer Stelle eine ähnliche Fläche zur Verfügung zu stellen.

Die Anhörung mit Betroffenen im Gemeindehaus Wallach war friedlicher als angenommen. „Natürlich nehmen wir die Sorgen der Anwohner ernst und sind für Vorschläge offen“, so Weisser. „Deutlich wurde vor allem, dass Anwohner und Geschäftsleute den Verlust des Fahrradweges befürchten.“

Denn in der Bauzeit, die mit etwa zwei Jahren angesetzt ist, müsse der Radverkehr umgeleitet werden, weg von dato markanten, interessanten Punkten. „Daher werden wir uns in dieser Hinsicht noch für eine Umleitung, eine Route entscheiden müssen, die von den Anwohnern akzeptiert wird.“

Dass die Stimmung bei der Anhörung eher ruhig und einsichtig war, sei vermutlich auch der Hochwasserkatastrophe im Mai geschuldet. „Wir sind nach dem Abend definitiv nicht als Feinde auseinander gegangen“, so Weisser. „Im Gegenteil – Verständnis und die Suche nach Lösungen standen im Vordergrund.“

Existenzielle Fragen

Aber gerade für Landbesitzer und Anwohner direkt am Deich stellen sich existenzielle Fragen. Denn, obwohl sie der Deichsanierung zum größten Teil skeptisch gegenüberstehen, sollen sie sich zu 20 Prozent an den Gesamtkosten beteiligen. Neben Zuschüssen der Landesregierung soll aus Sicht der Anwohner auch der Salzbergbau Verantwortung übernehmen.

„Wie gesagt, wir sind bemüht allen Eigentümern an anderer Stelle entgegenzukommen“, so Weisser. „Auch der Ausnahmezustand im Mai mit dem Hochwasser hat viele Menschen verunsichert.“ Daher sei es eine sehr aktuelle Frage, wie sich Rheinberg und andere Kommunen am Niederrhein vor Hochwasser schützen können.

Eine nicht unerhebliche Rolle spiele der Salzbergbau. Im Laufe der 80 bis 100 Jahren habe sich das Erdreich – und damit auch die Dämme – immer weiter abgesenkt, und das in einem nicht unerheblichen Maße. „Nach der Anhörung ist es jetzt unsere Aufgabe, die Einwendungen zu sichten und zu diskutieren“, so Weisser. „Wir hoffen jedoch, dass nach allen Verhandlungen und Flurbereinigungen der Verlust der Eigentümer gegen Null geht.“

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