Braunkohle

Der Hambacher Forst: künftig eine Heimat für die Wildkatze?

Ministerpräsident Laschet soll mit RWE verhandeln, wie der Hambacher Forst wieder in öffentliche Hände überführt werden kann.

Ministerpräsident Laschet soll mit RWE verhandeln, wie der Hambacher Forst wieder in öffentliche Hände überführt werden kann.

Foto: dpa

Im Rheinland.   Umweltschützer vom BUND regen einen Biotopverbund Rheinisches Revier an. Schon jetzt lebt die scheue Wildkatze nicht weit von dort.

Als „wünschenswert“ hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Erhalt des Hambacher Forstes bezeichnet und sich damit den Empfehlungen der Kohlekommission angeschlossen. Umweltschützer wollen, dass den Worten in einer Landtagsdebatte rasch Taten folgen: Die Landesregierung solle den vom nahenden Braunkohletagebau bedrohten Wald rasch als europäisches Naturschutzgebiet („FFH-Gebiet“) in Brüssel nachmelden, fordert Dirk Jansen vom BUND.

In einem zweiten Schritt sei es wichtig, den Wald wieder zurück in öffentliche Hände zu überführen und dazu Verhandlungen mit Tagebaubetreiber RWE aufzunehmen, sagte der Geschäftsleiter des BUND-Landesverbandes im Gespräch mit dieser Redaktion. Eine Möglichkeit sei, dass der Wald wieder an die Kommunen gehe: „Denen hat der Hambacher Forst ja auch bis Mitte der 70-er Jahre gehört.“ Eine andere Option wäre, dass eine Stiftung den Wald übernehme, etwa die Naturschutzstiftung NRW: „Das hätte Charme, weil dieser Stiftung ja auch schon Teile der nahen Steinheide gehören.“

Es geht um 550 Hektar Wald

Eigentümer RWE hat zugesagt, den Hambacher Forst bis Herbst 2020 nicht zu roden. Mitte März werden BUND-Klagen vor dem Verwaltungsgericht Köln verhandelt, wo es um die Schutzwürdigkeit des Waldes, aber auch die Frage von Grundstücksenteignungen geht. Ministerpräsident Laschet hatte sich in der Landtagsdebatte auch für den Erhalt des Merzenicher Erbwaldes und für das FFH-Gebiet Steinheide ausgesprochen.

Unterm Strich geht es damit um rund 550 Hektar Wald, in denen neben der Bechsteinfledermaus und anderen Fledermäusen weitere bedrohte Tierarten wie Haselmaus oder Springfrosch leben. Für die Umweltschützer vom BUND gehört unbedingt auch das Buirer Wäldchen dazu. Damit Tierarten wandern können, sei es dringend notwendig, die Wälder durch 20 bis 50 Meter breite grüne Korridore zu verbinden, fordern die Umweltschützer vom BUND. Alte Bahntrassen könnten dafür genutzt werden, ebenso könnten bislang intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen umgewidmet werden.

Andocken an Naturpark Schwalm-Nette

In der Diskussion um den neuen Regionalplan Köln hat der BUND deshalb Vorschläge für einen „Biotopverbund Rheinisches Revier“ gemacht, der im Westen an den Naturpark Schwalm-Nette und damit an den Niederrhein andocken könnte. „Wir wollen, dass nach dem absehbaren Ende der Braunkohle nicht nur neue Gewerbegebiete entstehen, sondern auch wertvolle Naturareale profitieren“, sagt Jansen.

Perspektivisch geht es beim Biotopverbund auch noch um einen ganz anderen Bewohner: die seltene und scheue Wildkatze, die dort eine Heimat finden könnte. Im Kottenforst bei Bonn ist sie bereits nachgewiesen. „Luftline liegen da nicht viele Kilometer dazwischen“, sagt Jansen.

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