Der seriöse Neustart in der 2. Bundesliga

Düsseldorf.   Die 2. Handball-Bundesliga ist für Düsseldorf nichts Neues. In der Ewigen Tabelle des Unterhauses sind 16 Spielzeiten unter dem Namen HSG Düsseldorf vermerkt, die dort immerhin auf Rang neun steht. Das ist freilich nicht ganz genau. Zwar war dieses Konstrukt seit der Gründung der 2. Bundesliga im Jahr 1981 bis zur Auflösung der HSG 2012 bis auf einige Erstliga-Ausflüge immer in dieser Spielklasse vertreten, doch das Ganze passierte unter vier verschiedenen Namen: Aus dem TB Wülfrath, wurde die HSG Wülfrath/Ratingen, dann TuRU Düsseldorf, dann der HSV Düsseldorf und schließlich die HSG. Der Norden Düsseldorfs war zudem in der Saison 1997/98 durch den TV Angermund in der 2. Bundesliga vertreten.

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Die 2. Handball-Bundesliga ist für Düsseldorf nichts Neues. In der Ewigen Tabelle des Unterhauses sind 16 Spielzeiten unter dem Namen HSG Düsseldorf vermerkt, die dort immerhin auf Rang neun steht. Das ist freilich nicht ganz genau. Zwar war dieses Konstrukt seit der Gründung der 2. Bundesliga im Jahr 1981 bis zur Auflösung der HSG 2012 bis auf einige Erstliga-Ausflüge immer in dieser Spielklasse vertreten, doch das Ganze passierte unter vier verschiedenen Namen: Aus dem TB Wülfrath, wurde die HSG Wülfrath/Ratingen, dann TuRU Düsseldorf, dann der HSV Düsseldorf und schließlich die HSG. Der Norden Düsseldorfs war zudem in der Saison 1997/98 durch den TV Angermund in der 2. Bundesliga vertreten.

Nun aber beginnt ein ganz neues Kapitel, ein neuer Eintrag in der Ewigen Tabelle: der HC Rhein Vikings, entstanden aus dem Zusammenschluss des Neusser HV mit dem ART Düsseldorf. Die Rather waren zwar Bestandteil der HSG, dennoch sind die Wikinger ein kompletter Neustart, der auf dem Neusser HV beruht, der in der vergangenen Saison ungeschlagen Meister der 3. Liga West geworden ist. Wohltuend seriös formuliert Vikings-Trainer Ceven Klatt das Saisonziel. „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen – natürlich so schnell wie möglich“, sagt der Coach. Kein großes Tamtam, kein viel zu frühes Geträume von höheren Weihen. Sondern eine vernünftige Einschätzung des Möglichen.

Fünftbeste Liga Europas

Das beruht freilich auch auf einer gesunden Einschätzung der neuen Umgebung: „Das ist die beste 2. Bundesliga, die es jemals gab und in Europa insgesamt die fünftbeste Liga überhaupt“, sagt Klatt. „Wir gehen die Sache daher mit Demut an.“ Dass im Namen der neuen Spielgemeinschaft nur im Amateurbereich die Städte Neuss und Düsseldorf auftauchen, im Profibereich aber der Rhein der geographische Namensgeber ist, ist freilich kein Zufall. „Wir wollen unsere alten Fans behalten und neue hinzugewinnen“, sagt Klatt. Die „rote Wand“ aus Neuss macht den Umzug ins Castello nach Düsseldorf mit. „Wir alle freuen uns auf unsere neue Spielstätte. Das gilt auch für die Fans.“ Die 3300 Zuschauer im Testspiel gegen den Rekordmeister THW Kiel waren ein Fingerzeig dafür. Dass beim Erstrunden-Turnier im DHB-Pokal gegen den SC Magdeburg, einen der großen Traditionsvereine in Deutschland, nur 330 Fans kamen, war enttäuschend. „Für uns alle“, sagt Klatt, „aber das lag daran, dass wir Tageskarten für beide Spiele verkaufen mussten. Und das war eben sehr teuer. Viele Vereine waren nicht glücklich damit. In Minden kamen beispielsweise nur 187 Zuschauer“, hofft Klatt nun, dass der Erstrunden-Modus im Pokal wieder überdacht wird.

Das Castello ist nun die neue Heimat der Wikinger. Auch, was das Training angeht. Denn in Neuss war nicht nur die Spielstätte als solche zu klein, „wir konnten auch nicht morgens trainieren“, so Klatt. Im Castello sind nun zwei Trainingseinheiten am Tag mit dem Ball möglich. „Das Fitnesstraining absolvieren wir weiterhin in Neuss.“ Die neue HSG soll in beiden Städten verwurzelt bleiben und, wie Klatt es formuliert, „in die Region hinein strahlen“.

Hiobsbotschaft vor zwei Wochen

Zum Strahlen war den Wikingern vor rund zwei Wochen nicht zumute. Denn der HC musste eine Hiobsbotschaft verkraften. „Mit Bennet Johnen und Heider Thomas fällt uns der komplette Innenblock in der Verteidigung aus“, so der Coach. Johnen wird rund vier Monate nach einer Bandscheiben-Operation fehlen, Thomas circa vier Wochen aufgrund eines Muskelfaserrisses. Ihre Aufgaben übernehmen nun Neuzugang Teo Coric (TVB Stuttgart) und Allrounder Thomas Bahn. „Da wir ein recht aufwendiges System in der Abwehr spielen, ist das nicht ganz leicht“, so der Coach. In der 3. Liga war die Defensive das Prunkstück des NHV; das soll sich bei den Vikings nicht ändern.

Abgesehen von diesen beiden Ausfällen verlief die Vorbereitung zufriedenstellend. „Das Team ist in einem physisch guten Zustand“, so der Coach. Das ist auch notwendig, denn an den ersten fünf Spieltagen warten mit Bietigheim, Balingen und Coburg gleich drei Topteams auf die Rheinländer. An diesem Sonntag geht es um 18 Uhr bei der SG BBM Bietigheim los – ein gestandenes Team der 2. Bundesliga. „Wir wollen gut stehen und setzen auf unsere Chance.“ Eine Woche später – beim Heimauftakt am Samstag, 2. September, um 19 Uhr gegen die HSG Konstanz – sieht das schon anders aus. Der Aufsteiger des Vorjahres ist ein Team auf Augenhöhe, sodass die Vikings hier einen Sieg anpeilen, um gut in die Saison zu kommen. Denn nach einer ungeschlagenen Saison in der 3. Liga will Klatt seinem Team nicht das Verlieren beibringen. „Wenn wir aber mal verlieren, wissen wir aber damit umzugehen und es einzuschätzen.“ Wie gesagt: ein wohltuend seriöser Ansatz.

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