Urlaub in den Niederlanden

Die anderen Niederlande: Vier Tipps für einen Kurztrip

In Veere können Besucher noch auf historischen Segelschiffen schippern.

In Veere können Besucher noch auf historischen Segelschiffen schippern.

Foto: Thijs Tuurenhout / VVV ZEeland

Aus den Niederlanden.  Zandvoort, Texel oder Utrecht kennt jeder, der gerne in die Niederlande reist. Es gibt aber auch viele Orte, die nicht so überlaufen sind.

Hübsche Städtchen mit kleinen Gassen und Grachten, vielen Cafés und lebendigen Marktplätzen – davon gibt es in den Niederlanden viele. Und einige der historischen Örtchen sind auch noch relativ unbekannt, nicht viele Touristen verirren sich dorthin. Ob an der Küste, am Ijsselmeer, nah an der deutschen Grenze oder ganz im Süden des Landes, wir stellen vier besonders hübsche Ecken vor, die für einen Tagestrip oder ein ganzes Wochenende lohnen.

Bronkhorst

Wo? Bronkhorst ist Teil der Gemeinde Bronckhorst in der Provinz Gelderland. Das Örtchen liegt in der Nähe von Zutphen und Doetinchem, unweit der deutschen Grenze.

Was? Nur 160 Einwohner leben in Bronkhorst, eine der kleinsten Städte des Landes. Die Stadtrechte stammen aus dem Jahr 1482, als hier noch die Herren von Bronkhorst auf ihrem Schloss lebten. Vom Schloss ist nichts mehr zu sehen, dafür finden sich in jeder der kleinen Gassen alte, wunderschön erhaltene Bauernhäuser, manche mit Reetdächern. Das einzige Gebäude mit städtischem Charakter ist das „Hoge Huys“, heute ist hier ein Kupferstichkabinett untergebracht.

In vielen der alten Höfe befinden sich kleine Geschäfte, Galerien, Ateliers oder Handwerksbetriebe, die Türen stehen für alle Besucher offen. Auf dem Platz direkt neben der mittelalterlichen Schlosskapelle, in der mittlerweile Bilder ausgestellt werden, gibt es einige Cafés. Bronkhorst liegt am Ostufer der Ijssel. Wer ein paar Meter aus dem Dorf herausspazieren will, kann durch die wunderschöne Ijssel-Landschaft bis zur Mühle laufen, die ebenfalls direkt am Fluss liegt.

Wie lange? Der Ort ist winzig, schon in ein paar Stunden ist man ganz entspannt durchgelaufen. Es gibt jedoch in der „Herberg de Gouden Leeuw“ und in vielen der Bauernhöfe, die zu Bed-and-Breakfast-Unterkünften umfunktioniert wurden, auch die Möglichkeit zur Übernachtung. Zahlreiche Radrouten – beispielsweise die Hanseroute – führen an Bronkhorst vorbei.

Veere

Wo? Die Gemeinde (etwa 23.000 Einwohner) in der südwestlichen Provinz Zeeland liegt direkt am Veerse Meer, nordöstlich von Middelburg und Vlissingen.

Was? Bereits im 13. Jahrhundert entstand Veere und noch immer strahlt das einst sehr wohlhabende Städtchen ganz viel Geschichte aus. Zum Beispiel durch die schottischen Häuser, in denen früher Handel getrieben wurde. Auch die Überreste der einstigen Stadtbefestigung und die Große Kirche sind sehr sehenswert. Dazu gibt’s jede Menge Restaurants und Geschäfte, vor allem Antikläden, in denen man nach Herzenslust stöbern kann. Wer raus in die Natur will: Die Stadt direkt am Wasser ist von Wäldern umgeben und ein echtes Wanderparadies.

Wie lange? Schon ein Wochenende lohnt sich, aber viele machen auch ein oder zwei Wochen Urlaub in der Gegend, die auch viele Wassersport-Angebote bietet.

Enkhuizen

Wo? Enkhuizen mit seinen rund 18.000 Einwohnern liegt in der Provinz Noord-Holland, etwa eine Stunde von Amsterdam entfernt. Die Hafenstadt ist von drei Seiten von Wasser umringt: vom IJsselmeer und vom Markermeer.

Was? Enkhuizen hat Besuchern viel zu bieten, von den tollen Wassersport-Möglichkeiten über die zahlreichen Baudenkmäler bis zum geschäftigen Treiben am Hafen. Im 17. Jahrhundert war Enkhuizen eine der reichsten Städte des Landes, zahlreiche Gebäude zeugen davon. Das Wahrzeichen der Stadt, das Wehrtor Drommedaris, wurde bereits 1540 erbaut. Wer noch tiefer in die Vergangenheit eintauchen will, geht am besten ins Zuiderzeemuseum, ein kleines, historisches Dorf am Hafen, wo die Bewohner in altertümlicher Kleidung ihrer Arbeit nachgehen.

Bei aktiven Besuchern schlägt das Herz beim breiten Wassersport-Angebot in Enkhuizen höher. Kanufahren, Surfen, Wasserski, Wakeboarding oder Bananenbootfahren sind hier – auch unter Anleitung – möglich, so dass auch Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Wenn das Wetter so gut ist, können Besucher mit Segelbooten, Jachten oder historischen Schiffen von einer Hafenstadt zur nächsten gleiten.

Wie lange? Ein Wochenende lohnt sich. Oder auch länger – andere Städtchen am Markermeer oder am IJsselmeer, beispielsweise Medemblik, sind ebenfalls sehenswert.

Vaalserberg

Wo? Ganz im Süden werden die Niederlande tatsächlich ein wenig hügelig. Der Vaalserberg liegt nur wenige Kilometer von Aachen entfernt in der Provinz Limburg.

Was? Nicht nur ist der Vaalserberg der höchste Berg auf dem niederländischen Festland, über ihn verlaufen auch die Staatsgrenzen von Deutschland, Belgien und den Niederlanden. 322,4 Meter hoch ist der Berg, aber seitdem die Karibikinsel Saba eine „Besondere Gemeinde“ der Niederlande wurde, gilt der dortige Vulkan Mount Scenery als der höchstgelegene Punkt.

Schön ist es auf dem Vaalserberg nicht unbedingt, aber interessant. Wer den Berg erklimmen will, wandert je nach Route mal auf deutscher, mal auf niederländischer oder belgischer Seite. Durch den namensgebenden Ort Vaals und viel Wald geht es nach oben, wo es – na klar – nach Pommes riecht.

Zwei Restaurants, einen Dreiländer-Irrgarten und zwei Aussichtstürme gibt es, den Wilhelmina-Turm auf niederländischer und den Baldouin-Turm auf belgischer Seite. Der Berg muss übrigens nicht erklettert werden, man kann auch mit dem Auto hochfahren.

Wie lange? Für den Berg reicht ein Tag, aber in der Umgebung gibt es in allen drei Ländern viel zu entdecken - die Eifel, das Hohe Venn, die Städte Heerlen und Maastricht. Unterkünfte findet man in Vaals, und auch im nahen Aachen.

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