Skulptur Biennale Amsterdam

Dini Thomsen aus Huisberden stellt auf der ARTZUID aus

Eine Installation von Dini Thomsen aus Bedburg-Hau: „Behausungen“. Zu sehen im Rahmen der Skulptur Biennale Amsterdam, Apollolaan.

Eine Installation von Dini Thomsen aus Bedburg-Hau: „Behausungen“. Zu sehen im Rahmen der Skulptur Biennale Amsterdam, Apollolaan.

Foto: Art Zuid Amsterdam

Huisberden (Kreis Kleve) / Amsterdam (NL).  Es ist eine der größten und bedeutendsten Skulptur-Ausstellungen – die ARTZUID in Amsterdam. Mit dabei ist eine Künstlerin vom Niederrhein.

Es ist eine der größten und bedeutendsten Skulptur-Ausstellungen – alle zwei Jahre präsentiert Amsterdam seine ARTZUID – in diesem Jahr zum sechsten Mal. Mehr als 80 Kunstwerke von 50 Künstlern sind auf einer 2,5 Kilometer langen Route verteilt. Und wieder finden sich große Namen unter den ausstellenden Künstlern: Aristide Maillol, Marc Quinn, Elsa Tomkowiak, Jésus Rafael Soto...

Tony Cragg, Ai Weiwei, Richard Long – sie alle waren schon dabei

Die Skulptur Biennale im „Garten von Amsterdam Zuid“ (in Berlages Plan Zuid) mit den breiten Alleen, Plätzen und viel öffentlichem Grün, stellt moderne und zeitgenössisch figurative Kunst nebeneinander – im Wechsel mit räumlichen Installationen – mitten drin im „normalen Leben“, im Alltag, in der Natur, im Straßen- und Architekturbild. Richard Long war hier schon zu sehen, Tony Cragg, Ai Weiwei, Markus Lüpertz. Und unter all den renommierten internationalen Künstlern ist in diesem Jahr auch eine Frau vom Niederrhein dabei, man könnte sie auch die Grande Dame der niederrheinischen Kunstwelt nennen: die Künstlerin Dini Thomsen (75) aus Huisberden, Bedburg-Hau, Kreis Kleve.

Dini Thomsen aus Huisberden zeigt ihre Installation „Behausungen“

Und da stehen sie nun, die Pfahlhäuschen, die „Behausungen“ auf den langen, schwarzen Stelzenbeinen, die Dini Thomsen auch schon als Moerser „Seewerk“-Künstlerin auf der Museumsinsel Nepix Kull zeigen konnte (2017). Angelika Petri und Frank Merks vom „Seewerk“ waren es denn auch, die die gebürtige Niederländerin kurzerhand einfach ‘mal für die ARTZUID vorgeschlagen haben.

https://www.artzuid.nl

Dass es dann tatsächlich geklappt hat, ist für Dini Thomsen „eigentlich immer noch nicht zu begreifen.“ – „Ich freue mich riesig – so etwas gibt es nur einmal.“ Naja, abwarten.

http://www.dini-thomsen.de/

Auf jeden Fall sind die „Behausungen“ nun dabei, wenn sich der Rest der Kunstwelt auf der Skulpturen-Route tummelt. „Ich finde es großartig, wenn Kunst auch außerhalb von Museen gezeigt wird“, so Dini Thomsen, die ja eigentlich aus der Malerei kommt – aber mit den Jahren mehr und mehr Installationen geschaffen hat. Arbeiten in Raum und Zeit, die gar nicht für die Ewigkeit gemacht sind. Dini Thomsen arbeitet immer wieder mit Materialien, die gebraucht sind. Die, so sagt sie, „alle schon eine Geschichte haben.“

Grobe Dachlatten, schwarz angepinselt - Thomsen-Kunst auf der ARTZUID

Die „Behausungen“ – nun auf der ARTZUID – sind auch so entstanden, gebrauchtes Holz, das einmal irgendetwas war, grobe Dachlatten, schwarz angepinselt. 4,20 Meter hoch ist das höchste Pfahlhäuschen – locker verteilt sorgen sie nun auf einem idyllischen Grünstreifen am Apollolaan für Aufmerksamkeit.

Und sie stehen für etwas, das wir alle kennen: Vereinsamung, Isolation – zugleich aber auch geschützter Raum, Sicherheit, Geborgensein. Und alles fügt sich ein in die Landschaft mit Bäumen und Bänken. „Meine Kunst mache ich eigentlich für mich selbst“, sagt Dini Thomsen. „Ich möchte an meine Gefühle kommen, möchte gerührt sein, berührt sein. Wenn ich damit auch andere Menschen erreichen kann, ist das wunderbar.“

Amsterdam Skulptur Biennale, noch bis 15. September. Vom Teich am Museumplein führt die rotmarkierte Skulpturen-Route der schweizerischen Künstlerin Gerda Maise bis zum ARTZUID-Info-Pavillion. Hier beginnt die 2,5 Kilometer lange Route über Apollolaan, Minervalaan und Zuidas. Führungen: sa+so, 13 Uhr.Anfahrt mit dem Auto: A 10, Ausfahrt S 109 in Richtung RAI. Geben Sie in der Navigation Minervalaan 1 ein. Parken auf Apollolaan und Minervalaan, drei Euro/Stunde, 18 Euro/Tag.

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